Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 12.09.2019


Markt

Almbauern rücken enger zusammen

Mehr als 100 Bauern aus der Dreiländerregion trafen sich kürzlich zum Erfahrungsaustausch auf der Alp Prasüra im Val Müstair.

© regioLMehr als 100 Bauern aus der Dreiländerregion trafen sich kürzlich zum Erfahrungsaustausch auf der Alp Prasüra im Val Müstair.



Landeck, Val Müstair – Mit 198 km² und 1650 Einwohnern ist es das kleinste Puz­zleteil auf der Landkarte der Terra-Raetica-Region – das Val Müstair mit der Alp Prasüra im Schweizer Kanton Graubünden. Man fährt über den Reschen bis Glurns, weiter ins Val Müstair (Münstertal) bis zur Ortschaft Santa Maria und dann hinauf zur Alp Prasüra auf 2215 m Seehöhe.

Dort hießen Senner und Hirten kürzlich die Teilnehmer der 8. Almbegegnung der Terra-Raetica-Region (Engadin, Vinschgau, Bezirke Landeck und Imst sowie Val Müstair) willkommen. Mehr als 100 Bauern und bäuerliche Funktionäre aus dem Dreiländereck trafen ein, um Erfahrungsaustausch zu betreiben. Das Projekt wird über das Interreg-Programm Italien-Österreich gefördert.

Ein gemeinsamer Nenner war rasch gefunden: Gerade in Zeiten des Klimawandels stehe man vor der gemeinsamen Herausforderung, viehhaltende Betriebe und damit die Zukunft der Almwirtschaft zu sichern, hoben die Funktionäre hervor. Im Oberland und Vinschgau sei die Zahl der Betriebe rückläufig. Nur die bäuerliche Zunft im Engadin sei von dieser Entwicklung bisher nicht betroffen.

Über die Intensität der Almwirtschaft im Val Müstair konnte die Landecker Delegation nur staunen: Es gibt dort 48 Betriebe, 43 sind Bio-Betriebe, großteils im Vollerwerb geführt. Milch wird aber nur noch auf zwei Almen verarbeitet, eben auch auf Prasüra. Rasch hat sich übrigens herumgesprochen, dass Prasüra die Lieblingsalm von Krimi-Autorin Donna Leon ist, die dort gerne Wanderungen unternimmt. (TT, hwe)