Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 17.09.2019


Markt

Gefälschte Goldbarren verwässern den Markt

In den vergangenen drei Jahren sind mehr als 1000 Goldbarren mit gefälschten Prägungen gefunden worden, auch in Tresoren von großen Banken.

Gefälschte Goldbarren, die mit den Logos namhafter Raffinerien versehen sind, tauchten offenbar im Tresor der Großbank JPMorgan Chase auf.

© APGefälschte Goldbarren, die mit den Logos namhafter Raffinerien versehen sind, tauchten offenbar im Tresor der Großbank JPMorgan Chase auf.



Basel, New York – Nicht nur Geldscheine werden gefälscht, auch Goldbarren mit gefälschten Prägungen in Umlauf sind in den vergangenen Jahren in Umlauf gebracht worden, zeigt ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters.

Im Gegensatz zu den Geldschein-Blüten bestehen die falschen Goldbarren aus echtem Gold. Lediglich die Prägungen seien unecht. Das Gold stammt aber aus illegalen Minen. Dennoch können solche Barren zum Problem werden. Jeder, der über ein solches Metall verfügt – einschließlich Juweliere, Banken und Elektronikunternehmen –, könnte versehentlich gegen globale Vorschriften verstoßen, die verhindern sollen, dass Metall unbekannter oder krimineller Herkunft in Umlauf kommt, heißt es von Seiten der Nachrichtenagentur. Diese Regeln zielten darauf ab, Goldlieferungen zu stoppen, die Konflikte, Terrorismus oder organisierte Kriminalität finanzieren, die Umwelt schädigen oder nationale Regierungen untergraben.

In den vergangenen drei Jahren haben laut dem Bericht die führenden Goldraffinerien der Schweiz Barren im Wert von mindestens 50 Millionen US-Dollar (45,3 Mio. Euro) identifiziert, die mit Schweizer Raffinerielogos versehen, aber nicht von diesen Einrichtungen hergestellt wurden. Die Barren und Prägungen seien „höchst professionell gemacht“, wird Michael Mesaric, Geschäftsführer der Raffinerie Valcambi, zitiert. Vermutet wird, dass die Fälschungen aus China kommen. Das Land ist Weltspitze bei der Goldproduktion.

Gelagert worden seien die Barren in Tresoren von JPMorgan Chase – das Finanzhaus ist einer der wichtigsten Bankenplayer am Goldmarkt. Dort sei man auf die Fälschungen aufmerksam geworden und hätte die Barren an die Raffinerien zurückgeschickt. Unter Berufung auf Führungskräfte von Goldraffinerien, Banken und anderen Quellen ist von mindestens 1000 Barren die Rede. Bei einer jährlichen Produktion von 2,5 Millionen Goldbarren ist die Zahl der Fälschungen zwar sehr gering, es sei aber nicht auszuschließen, dass sich „viel, viel, viel mehr im Umlauf“ befänden.

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Ob auch Privatanleger im Besitz gefälschter Barren sind, ist bislang nicht bekannt, gilt aber eher als unwahrscheinlich, weil offenbar ausschließlich Ein-Kilogramm-Barren gefunden wurden. (TT)