Letztes Update am Di, 15.10.2019 09:34

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kryptowährung

21 Gründer bringen Digitalwährung Libra auf den Weg

Am Montag haben 21 Gründungsmitglieder in Genf eine Charta verabschiedet und die Führung der für die Digitalwährung gegründeten Libra Association ernannt.

Facebook will im kommenden Jahr Libra als Zahlungsmittel einführen.

© iStockphotoFacebook will im kommenden Jahr Libra als Zahlungsmittel einführen.



London, San Francisco – Facebook setzt den Aufbau seiner weltweiten Kryptowährung Libra trotz des Ausstiegs großer Investoren fort. Am Montag haben 21 Gründungsmitglieder in Genf eine Charta verabschiedet und die Führung der für die Digitalwährung gegründeten Libra Association ernannt. Wie das Libra-Aufsichtsgremium mit Sitz in Genf mitteilte, stimmten die Mitglieder der Charta zu, welche die Grundsätze des Projekts festlegt. Die Einführung der Digitalwährung ist für das nächste Jahr geplant.

In den Vorstand der Libra Association wurden fünf Personen gewählt, darunter David Marcus von Facebook sowie Vertreter von dem Zahlungsunternehmen PayU, der Risikokapitalgesellschaft Andreessen Horowitz, der Blockchain-Firma Xapo Holdings und der gemeinnützigen Organisation Kiva Microfunds. Weitere Mitglieder der Vereinigung sind Vodafone und die Mitfahrdienste Uber und Lyft.

Zum Teil heftiger Widerstand

Facebook will mit Libra nach eigenen Angaben einerseits Bezahlvorgänge beschleunigen und andererseits rund einer Milliarde Menschen ohne Bankkonto einen Anschluss an Finanzflüsse erleichtern. Die Idee stößt aber bei Politikern und Zentralbanken zum Teil auf heftigen Widerstand. Zwar weist Facebook Bedenken zurück, wonach die Digitalwährung in die Hoheit von Notenbanken eingreifen könnte. Libra soll nach bisherigen Plänen eins zu eins mit einem Korb stabiler Währungen und Staatsanleihen abgesichert werden.

Bei Ankündigung des Libra-Projekts Mitte Juni umfasste dieses 28 Gründungsmitglieder. Das Online-Auktionshaus eBay, die Online-Bezahldienste Stripe und Paypal sowie die beiden Kreditkartenanbieter Mastercard und Visa stiegen jedoch aus dem Projekt aus. US-Medien zufolge soll es Bedenken angesichts des massiven regulatorischen Widerstands geben. Wegen der potenziellen Zahl der Nutzer - bei Facebook sind etwa 2,4 Milliarden Menschen registriert - könnte die geplante Digitalwährung im internationalen Geldsystem langfristig eine wichtige Rolle spielen. (APA, sda, Reuters, AFP)

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