Letztes Update am Mo, 21.10.2013 07:00

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Markt

Tiroler Firmen naschen am Exportkuchen mit

1,3 Milliarden Euro beträgt das Exportvolumen österreichischer Firmen bei den Winterspielen 2014, Tiroler sind einige an Bord.



Von Florian Madl

Sotschi – „Tiroler sind zielstrebig und konsequent“, schwingt Dieter Fellner, der österreichische Außenhandelsdelegierte in Moskau, auf Nachfrage die Klischee-Keule. Eine zu einfache Erklärung, so scheint es. Doch der 62-Jährige weiß nach fünf Jahren in Osteuropa, dass besonders diese Charakterzüge zu Geschäftsbeziehungen in Russland führen: „Beim ersten Auftreten hier bekommst du nämlich nichts.“

Von den 40 österreichischen Firmen, die im Zuge der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi größere Aufträge an Land ziehen konnten, kommen sechs aus Tirol (siehe dazu Info-Box). Das stärkste Bundesland, was die Anzahl der Firmen anbelangt. Den Löwenanteil des Exportvolumens von 1,3 Milliarden Euro schöpft allerdings die für Hoch- und Tiefbau zuständige Strabag ab – 100 Millionen für den neu errichteten städtischen Flughafen, 350 Millionen für olympisches Dorf und Straßenbau. „Wir hatten sehr hohe Erwartungen an die Winterspiele in Sotschi, aber selbst die wurden noch übertroffen“, bilanziert Fellner nüchtern. Ein kleines Trostpflaster jedenfalls: Nach der verloren gegangenen Kandidatur Salzburgs um die anstehende Großveranstaltung scheint man wirtschaftlich auf der Überholspur.

Ein Leichtes sei es allerdings nicht, an Aufträge zu gelangen. Fellner: „Als Ausländer hast du wenig Chancen.“ Man würde von russischen Firmen lediglich als Subunternehmer verpflichtet, diesbezüglich zahle sich das historisch bedingt gute Verhältnis der Russen zu den Österreichern aus.

Das bestätigte auch Margot Klestil-Löffler, die österreichische Botschafterin in Moskau, als sie auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit angesprochen wurde: „Die Russen schätzen uns!“ Das gelte für Exporte ebenso wie für den Tourismus. Diesbezüglich bleibt Österreich ein übermächtiger Konkurrent Sotschis um Wintersportgäste. Eine Statistik bestätigt: 45 Prozent der im Ausland Ski fahrenden Russen steuern Tirol & Co. an, Sotschi träumt von solchen Dimensionen.




Kommentieren