Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 10.09.2015


Osttirol

Lienz steckt 3,26 Millionen Euro in Breitband-Ausbau

Lienz will bis 2022 schnelles Internet für 95 Prozent aller Gebäude. Erste Anschlüsse gibt es schon in ein paar Monaten. Mehr als die Hälfte der Kosten wird gefördert.

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© Wasserwerk Lienz/Schupfer



Von Catharina Oblasser

Lienz – In Lienz wird in den nächsten Jahren viel gegraben. Zurzeit ist die Beda-Weber-Gasse dran, die Pustertaler Straße ist schon fertig. Nächste Station ist die Kärntner Straße. Der Grund: Die Stadt verlegt Leitungen für das blitzschnelle Breitbandinternet.

Die Ausbaupläne laufen über sieben Jahre, 2022 soll alles fertig sein, erklärte Stadtmarketingchef Oskar Januschke Dienstagabend im Lienzer Gemeinderat. „Wir können 95 Prozent aller Haushalte und Betriebe anschließen. Das ist enorm viel“, meint er. 42 Kilometer Kabel werden sich dann unterhalb der ganzen Stadt durchschlängeln.

Aufgraben muss man allerdings nur auf elf Kilometern. Denn auf der restlichen Strecke kann die Stadt leere Rohre nützen, um die Internetleitung auf den Weg zu bringen. Diese Rohre wurden einst gemeinsam mit den Fernwärmeleitungen der Stadtwärme Lienz verlegt und decken einen guten Teil der Stadt ab. Die Rohre gehören, ebenso wie das Fernwärmewerk, der Tiwag.

Vorrang beim Anschluss an das schnelle Internet hat die Peggetz, weil dort große Betriebe und Hightech-Unternehmen ihren Sitz haben. „Auch die HTL als Sitz des neuen Bachelorstudiums und die Schulen haben Priorität“, sagt Bürgermeisterin Elisabeth Blanik. Erste Anschlüsse sollen schon heuer fertig sein. Die Stadt verlegt die Internetkabel bis zur Grundstücksgrenze, um den Rest muss sich der Besitzer selbst kümmern. Wer an die Fernwärme angeschlossen ist, bekommt seinen Anschluss allerdings gleich bis in den Keller.

Das Projekt lässt sich die Stadt 3,26 Millionen Euro kosten. „Über Bundes- und Landesförderungen ist es aber realistisch, knapp 55 Prozent davon zurückzubekommen“, erklärt Januschke. Das Lienzer Projekt ist Teil der Breitbandoffensive, die den gesamten Talboden umfasst.

Die Gemeinderäte mussten unter anderem über einen Vertrag zwischen Stadt Lienz und Tiwag für die Benutzung der leeren Rohre abstimmen. Der Inhalt des Vertrags lief allerdings unter „vertraulich“, was die Diskussion darüber im Gemeinderat erschwerte. Daran stießen sich die zwei Gemeinderäte der Liste Stadt Lienz. „Außerdem brauchen wir gar keinen Vertrag, weil schon beim Ausbau der Fernwärme vereinbart war, dass die Stadt die leeren Rohre benützen darf“, so Gemeinderat Hannes Schwarzer. Die beiden Mandatare der Liste Stadt Lienz stimmten gegen den Vertrag.




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