Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 26.09.2015


Standort Tirol

Bau der Kraftwerke in Innervillgraten hat begonnen

Nach grünem Licht vom Land fiel der Startschuss für Projekte in Innervillgraten. Nun will die Gemeinde ihren Ruf verbessern.

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© Oblasser



Von Catharina Oblasser

Innervillgraten – Alle Bescheide sind rechtskräftig, deshalb hat die Gemeinde Innervillgraten mit dem Bau der geplanten Kraftwerke an Kalkstein- und Stallerbach begonnen. Ende 2016 soll der Probebetrieb beginnen. Das erklärten Bürgermeister Josef Lusser und Projektplaner Gottfried Steinbacher gestern im Innervillgrater Gemeindeamt. Proteste und Einsprüche haben das Projekt stark verzögert – die TT berichtete mehrfach. „Das hat mehrere hunderttausend Euro gekostet“, klagt Planer Steinbacher.

Konkret ortet er zwei Gemeindebürger, darunter auch LA Josef Schett (impuls), als Quertreiber. Auch der Alpenverein kommt nicht gut weg. Denn der pocht darauf, dass das Villgraten, das als eines der letzten naturbelassenen Alpentäler gilt, auch so naturbelassen bleiben soll. Besonderer Stein des Anstoßes ist für Steinbacher und Gemeindechef Lusser der Ehrenpräsident des Umweltdachverbandes, Gerhard Heilingbrunner. Denn dieser hatte zahlreiche Eingaben, auch beim Land, gemacht und auf – seiner Meinung nach – gesetzeswidrige Zustände beim Kraftwerksvorhaben aufmerksam gemacht.

Laut Steinbacher und Lusser ist mit dem Kraftwerksprojekt an Kalkstein- und Stallerbach alles in bester Ordnung. Es werde nicht monatelang aus Wassermangel stillstehen und die beiden Bäche würden immer genug Restwasser führen. „Wenn man nicht weiß, dass die Kraftwerke in Betrieb sind, merkt man gar nichts“, ergänzt Steinbachers Mitarbeiter Erwin Pirker. „Immer wieder wird auch gesagt, dass das Kraftwerk die Gemeinde in den Ruin treiben wird, doch das stimmt nicht“, fügt Steinbacher hinzu. Schon nach 13 Jahren sollen sich die Kosten amortisiert haben. Nach Auslauf der Förderung kann die Gemeinde pro Jahr mit mindestens 200.000 Euro Einnahmen auf dem freien Markt rechnen, behauptet er. Die Kosten waren anfangs mit 6,8 Millionen Euro angesetzt, laut Steinbacher wird der Bau jedoch weniger kosten. Das Projekt wird zu 100 Prozent fremdfinanziert. Die Gemeinde ist alleinige Teilhaberin.

Planer, Bürgermeister und einige Gemeinderäte fühlen sich von den Kraftwerkskritikern als Naturzerstörer verunglimpft: „Die Gemeinde wird an die Wand gestellt. Innervillgraten muss rehabilitiert werden.“ Das wollen die Männer mit ihrer Darlegung des Projektes erreichen.