Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 09.11.2015


Standort Tirol

AK will Standortagentur-Test

Die Arbeiterkammer will wissen, wie viele Jobs die Standortagentur gebracht hat.

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© Thomas Böhm / TTDicke Brummer oder kleine Fische: Was hat die Standortagentur geholt?Foto: Böhm



Innsbruck – Jüngst hat Tirols AK-Präsident Erwin Zangerl Landesrat Hannes Tratter attackiert, weil dieser zu wenig für die Arbeitnehmer im Land tue. Bei dieser Gelegenheit verlangte er die Einrichtung eines millionenschweren Arbeitnehmer-Investitionsfonds in Anlehnung an den Landeskulturfonds. „Mit einigen Euro wird es da nicht getan sein.“

Jetzt knöpft sich Zangerl Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf vor, die er in den letzten Jahren wiederholt, aber vergeblich aufgefordert habe, die Leistungen der Standortagentur evaluieren zu lassen. Passiert sei nichts. Bei der jüngsten AK-Vollversammlung wurde daher ein Antrag auf externe Evaluierung der Tiroler Standortagentu­r beschlossen.

Laut Eigendarstellung und Argumentation der Landesregierung sei die Standortagentur „zentrales Instrument“ der Standortpolitik. Als solches müssten die Leistungen ständig einer unabhängigen Prüfung unterzogen werden, zumal jährlich 9 Mio. Euro öffentliche Mittel ausgegeben würden, betont Zangerl. Die letzte Prüfung habe 2003, also vor gut zwölf Jahren, durch den Tiroler Landesrechnungshof stattgefunden, wobei es hier vorwiegend nur um die finanzielle Gebarung und die institutionelle Einbindung der einstmaligen Zukunftsstiftung in die Tiroler Verwaltung gegangen sei.

Die AK, die laut Zangerl aus den Standortagentur-Gremien bisher ferngehalten wurde, will vor allem wissen, wie viele der angekündigten Arbeitsplätze durch Ansiedlungen bisher dauerhaft nach Tirol geholt wurden – auch, wie viele Jobs Ganzjahres- oder Teilzeit- bzw. Leasings-Arbeitsplätze seien. Bisher fehle auch eine Aufstellung, wie viele der geholten Betriebe und Arbeitsplätze dauerhaf­t geblieben oder nach einige­r Zeit wieder abgesiedelt sind. Die Arbeiterkammer verweist auf die geäußerte Kritik von „einige­n Unternehmensentwicklern, Gemeinde­n, Raumplanern und Banken, dass die Standortagentur zu wenig initiativ sei“. (TT)