Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 19.11.2015


Standort Tirol

Trends als Chance und Risiko für Tirol

Standortagentur befragte Branchen zu größten Herausforderungen. Ein Maßnahmenpaket soll folgen.

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© Standortagentur



Innsbruck – Globale Trends wie die Digitalisierung, Urbanisierung oder der Klimawandel haben unterschiedliche Auswirkungen auf die Regionen und Märkte der Welt. Wie sich diese Entwicklungen auf Tirol und die Unternehmen auswirken, hat die Standort­agentur Tirol erhoben. Als erstes Ergebnis wurde gestern eine Liste mit Herausforderungen, Chancen und Risiken der Branchen und eine Beurteilung der Entwicklung des Wirtschaftsstandorts am Rande des 12. Tiroler Innovationstages präsentiert.

Demnach sehen 60 % der befragten Unternehmer und Forscher aus dem Bereich Industrie und Gewerbe eine positive Entwicklung des Standortes in den vergangenen fünf Jahren. Dass das auch in Zukunft so bleibt, meinen 56 %. Die größten Herausforderungen ortet die Branche unter anderem bei der Erschließung neuer Märkte, Fachkräften und der Integration der Industrie 4.0.

Die Experten aus dem Bereich Gesundheit und Medizin sind weit optimistischer. 76 % sehen die Entwicklung des Standortes positiv. Die Kosten des Gesundheitssystems, Datensicherheit und die Nutzung und Entwicklung neuer Technologien werden als Herausforderungen gesehen.

Die Energiewirtschaft sieht sich durch den Preisdruck und die Energiewende herausgefordert. 56 % der Branchenvertreter glauben an eine positive Entwicklung.

Hingegen rechnen nur 54 % der IT-Profis mit einer Zunahme der Standortqualität. Ein mögliches Problem sehen sie in der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Sie befürchten eine zunehmende Abhängigkeit von IT-Riesen.

Im nächsten Schritt sollen mit den Unternehmen Handlungsfelder und Arbeitspakete ausgearbeitet werden, erklärt Standortagentur-Chef Harald Gohm: „Wir werden konkrete Maßnahmen bis zum Frühjahr 2016 erarbeiten und umsetzen.“ Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf sieht Tirol auf die neuen Trends vorbereitet: „Mit einer Forschungsquote von 13,4 % liegen wir über dem Österreich- und dem EU-Schnitt, 911 Mio. Euro Forschungsausgaben bedeuten Rekord.“ (ecke)