Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 11.12.2015


Standort Tirol

Behörde drehte Glühweinkocher in Wörgl ab

Die Bezirkshauptmannschaft Kufstein nahm Glühweinstände unter die Lupe und machte zwei in der Stadt Wörgl dicht. Auch der Handel mit pyrotechnischen Produkten wird scharf überwacht.

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© Otter



Von Wolfgang Otter

Wörgl, Kufstein – Einer der beliebtesten Treffpunkte in der Wörgler Innenstadt zur Vorweihnachtszeit war der Glühweinstand von Günther Hintner vis-a-vis des Stadtamtes. War deshalb, weil zur Überraschung aller Freunde des heißen und gehaltvolen Getränkes plötzlich auf einem Schild zu lesen war, dass aufgrund einer behördlichen Anweisung der Stand geschlossen bleibt.

Hintergrund ist eine Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft Kufstein. Nach einer Überprüfung der Behörde musste Hintner die Läden dicht machen, zudem flatterte ihm eine Strafe von 700 Euro ins Haus. Der geschlossene Treffpunkt hat einige Diskussionen in der Stadt ausgelöst und auch die Chefetage des Wörgler Stadtamtes erreicht. Dort kann Bürgermeisterin Hedi Wechner die restriktive Vorgangsweise der Behörde nicht ganz verstehen. Noch weniger Hintner, der in Kufstein eine Bäckerei betreibt. Habe er doch nach eigenen Angaben die Berechtigung, ein Gasthaus zu führen. Vor drei Jahren wurde ihm noch zusätzlich die Baugenehmigung seitens der Stadt für den Stand erteilt.

Aber was ihm fehle, sei eine Betriebsanlagengenehmigung sowie die Gewerbeanmeldung, wie man seitens der Gewerbebehörde an der Bezirkshauptmannschaft Kufstein erklärt. „Es reicht nicht, einen Führerschein zu machen, man muss ihn auch abholen“, sagt Referatsleiter Michael Czastka, „außerdem wurde der Brandschutz nicht erfüllt.“ Und Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer fügt an, dass man nicht einfach ein Auge zudrücken könne.

Hintner könnte sich aber, so wie viele Vereine, eine Betriebsanlagengenehmigung ersparen, wenn er innerhalb einer Veranstaltung den Stand eröffnen würde. „Aber die Gewerbeanmeldung braucht es immer“, stellt Czastka dazu fest.

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Der Kufsteiner war nicht der Einzige, der seinen Stand im Zuge der zuletzt von der Bezirkshauptmannschaft durchgeführten Kontrollen schließen musste. Ein weiterer in Wörgl – vor einem Einkaufszentrum – musste aus Sicherheitsgründen abgebaut werden. Keine Probleme gibt es aber heuer mit den Adventmärkten in Wörgl und Kufstein. Alle Vereine haben sich auf die Bedingungen eingestellt, wie Czastka erklärt.

Die Glühweinstände und Adventmärkte sind nicht das einzige Betätigungsfeld der Gewerbebehörde der Bezirkshauptmannschaft zur Weihnachtszeit. Auch der Verkauf von pyrotechnischen Gegenständen wird in den kommenden Wochen scharf kontrolliert, wie Michael Czastka berichtet. An die 60 genehmigte Verkaufsstellen im Bezirk Kufstein gebe es und gerade die großen Handelsketten verhalten sich laut Czastka, was die Sicherheit anbelange, vorbildlich. Wobei der Referatsleiter auch von schwarzen Schafen zu berichten weiß, bis hin zu Händlern, die überhaupt keine Genehmigung dafür haben.