Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 11.12.2015


Bezirk Imst

Aufwärtstrend für Züchter bei der 1000. Versteigerung

Das zu Ende gehende Jahr war für die Tiroler Braunviehzüchter kein leichtes. Die gestrige Milleniumsversteigerung lässt allerdings hoffen.

null

© Daum



Von Hubert Daum

Imst-Brennbichl – Viehversteigerungen haben in Imst jahrzehntelange Tradition: Bereits im Jahre 1951 kamen die ersten Stiere unter den Hammer, die Emanzipation hielt ab 1962 Einzug. Mit dem Bau des „Viehhof Imst Brennbichl“ 1951 wurde der Grundstein für die Nachhaltigkeit gelegt. Die erste große Ausstellung im neuen Viehhof fand im Rahmen der 50-Jahr-Feier des Tiroler Braunviehzuchtverbandes im Jahr 1957 statt, Brennbichl etablierte sich als Zentrum des Viehhandels. Mit dem Spatenstich des Agrarzentrums West (AZW) 2008 wurde diese Vormachtstellung definitiv prolongiert und in der bäuerlichen Welt weit über die Grenzen verankert.

Von weit her kam die Tausendschaft auch gestern, gab es doch ein besonderes Jubiläum zu feiern: Die 1000. Braunviehversteigerung ging im „bäuerlichen Amphitheater“ der AZW-Versteigerungshalle über die Bühne. Eine der letzten im laufenden Jahr, das für die Züchter ein durchwachsenes war. „Das Frühjahr war gut“, resümiert der GF des Braunviehzuchtverbandes Reinhard Winkler, „dann allerdings kam der Einbruch des russischen Rubels, die Exporte brachen ebenfalls ein.“ Auch beim zweiten, wichtigen Exportland Türkei habe es laut Winkler Probleme gegeben: „Der Schmalenbergvirus erschwert uns veterinärmedizinisch immer noch die Exporte.“ Auch das Bundesjungzüchter-Championat wurde wegen der veterinären Situation auf 2017 verschoben. Allerdings sei kein Grund zur großen Klage gegeben, im Jänner beispielsweise werde man 100 Stück Zuchtvieh nach Usbekistan liefern.

Auch in der gestrigen Milleniumsveranstaltung ging ein Ruck durch die Braunviehzüchter, die rund 350 Tiere in den Versteigerungsring führten. Bereits bei den knapp 100 Kälbern wurde ein außergewöhnlich hoher Durchschnittspreis von 670 Euro erreicht, ein Kalb ging gar mit über 3000 Euro unte­r den Hammer. Auch bei den Erstlingskühen war der Durchschnittserlös von 2100 Euro klar über dem Schnitt der vergangenen Monate. Die jüngst aufgetretene Blauzungenkrankheit im Osten Österreichs habe im Westen keinen Einfluss. Winkler: „Wir überlegen uns trotzdem, die Tiere präventiv zu impfen.“

Auch AZW-Obmann Martin Kapeller zeigte sich mit der 90. Veranstaltung 2015 zufrieden: „Im nächsten Jahr streben wir mit der Erweiterung der Photo­voltaikanlage um 200 KW/peak die Unabhängigkeit im Strombereich an.“