Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 11.12.2015


Standort Tirol

BTV-Langzeit-Chefduo geht mit Rekordergebnis

Das langjährige BTV-Führungsduo Peter Gaugg und Matthias Moncher zieht eine sehr positive Bilanz – und übergibt eine „kerngesunde Bank“.

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© Julia Hammerle



Innsbruck – Vor 20 Jahren hat Gerhard Moser die Führung der Bank für Tirol und Vorarlberg an Peter Gaugg und Matthias Moncher übergeben – es blieb der einzige Chefwechsel in knapp 50 Jahren. In dieser Zeit habe er bei den anderen Banken in Innsbruck „an die 20 Vorstände kommen und gehen gesehen“. Vertrauen und Kontinuität seien das Credo der vor 112 Jahren gegründeten BTV, in diesem Sinne übergeben Gaugg und Moncher mit Jahreswechsel die Führung an den neuen Vorstandschef Gerhard Burtscher (seit 2013 im Vorstand) sowie an Michael Perger und Mario Pabst, die ebenfalls aus dem eigenen Führungskader kommen. Der geplante Chef-Wechsel war bereits vor über einem Jahr angekündigt worden, heuer wurden Hunderte Topkunden persönlich besucht.

Gaugg („Ich werde nicht in einen langen Urlaub oder den Jakobsweg gehen“) wird neben verschiedenen Aufsichtsratsmandaten weiter in strategischen Funktionen bei BTV-Beteiligungen aktiv bleiben, Moncher wird sich ab 2016 verstärkt bei der zur BTV gehörenden Mayrhofner Bergbahn engagieren. Das Langzeit-Chefduo geht laut präsentierter Hochrechnung für 2015 mit einer Rekordbilanz: Der Jahresüberschuss vor Steuern springt heuer um 78,7 Prozent von 93,9 auf 167,7 Mio. Euro – laut Gaugg ein „All-Time-High“ vor allem dank eines beträchtlichen Sondererlöses aus einem großangelegten Wertpapierverkauf.

Die Kundenforderungen legen demnach heuer von 6,39 auf 6,58 Mrd. Euro zu, die betreuten Kundengelder von 12,16 auf 12,45 Mrd. Euro. Die Bilanzsumme sinke von 9,6 auf 9,28 Mrd. Euro. Die Risikovorsorgen fallen von 29 auf nur 17,1 Mio. Euro, das sind laut Gaugg nur 0,2 Prozent des Kreditvolumens und weit weniger als in jener Zeit, da man noch nicht mit Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol in vier Ländern aktiv war.

In der Ära Gaugg/Moncher sei der Jahresüberschuss im Schnitt um 16,4 Prozent pro Jahr gewachsen, gegenüber 5,5 Prozent aller Österreich-banken und je 3,1 Prozent der Banken in Tirol und Vorarlberg. Das BTV-Eigenkapital wurde in dieser Zeit von 153 Mio. auf 1,149 Mrd. Euro hochgefahren, mit einem harten Kernkapital von 14 Prozent sei man „eine der sichersten Banken Österreichs“. Kurzfristig, so Gaugg, solle die Eigenkapitalquote von guten Banken nicht unter zwölf Prozent liegen, mittelfristig nicht unter 15 Prozent und langfristig zwischen 15 und 19 Prozent. Man trage härtere Kapitalvorschriften mit und habe auch schon gut 30 Mio. Euro für die geplante europäische Eigenlagensicherung und den Abwicklungsfonds dotiert. Das Motto der BTV laute „Investieren satt spekulieren“. Wie man gesehen habe, seien die meisten risikoreichen Bankmanager der Welt gescheitert.

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Die Entscheidungen werden laut Gaugg und Burtscher weiterhin in Innsbruck fallen – nicht so wie bei der Bank Austria (die UniCredit ist mit über 40 Prozent an der BTV beteiligt), wo selbst der Generaldirektor offenbar nicht wisse, was in Mailand beschlossen wird.

Die BTV hatte 1995 38 Standorte und 829 Mitarbeiter, heute habe man inklusive Deutschland und der Schweiz 37 Standorte und 770 Mitarbeiter. „Wir wurden viel produktiver und haben unsere Hausaufgaben gemacht.“ (va)