Letztes Update am Do, 17.12.2015 06:07

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kufstein

MWS sperrt Kufsteiner Werk zu, 30 Jobs weg

MWS beliefert europaweit die Automobilindustrie mit Aluminiumteilen. Produziert wird im Sandguss im Werk in Klagenfurt sowie im Kokillenguss in Kufstein.

© MWSVom MWS-Werk in Kufstein-Schwoich bleibt künftig nur noch die Zentrale mit sechs Mitarbeitern übrig.



Schwoich – Die als Autozulieferer tätige MWS-Industriegruppe verlagert ihren Aluguss-Bereich von Kufstein-Schwoich in das slowakische Werk, rund 30 Arbeitnehmer sind betroffen. Josef Stiegler, Geschäftsführer der MWS Aluguss GmbH, bestätigte gestern gegenüber der TT einen entsprechenden WirtschaftsBlatt-Bericht. Grund für die Verlagerung seien massive Verluste am Standort Schwoich aufgrund hoher Kosten. Am Standort Kufstein-Schwoich soll laut Stiegler nur noch die Zentrale mit sechs Mitarbeitern bleiben. Die zwei Werkshallen und 20.000 m² Grund sollen verwertet werden.

MWS beliefert europaweit die Automobilindustrie mit Aluminiumteilen. Produziert wird im Sandguss im Werk in Klagenfurt sowie im Kokillenguss in Kufstein. „Im Sandguss sind wir Marktführer in Europa. Der Kokillenguss dagegen ist relativ klein und das Geschäft zudem aufgeteilt auf die Standorte in der Slowakei und in Schwoich. Der Standort Schwoich ist damit zu klein, um ihn am Leben zu erhalten“, erklärt Stiegler gegenüber der TT: „Man braucht eine gewisse Grundlast, um Kosten zu finanzieren – da sind wir in Schwoich unterkritisch geworden.“ Nun konzentriere man diese Technologie am Standort in der Slowakei, wo bereits im Dreischichtbetrieb gearbeitet wird. Der Kokillenguss trage knapp über 5 % zum Konzernumsatz von 142 Mio. Euro bei. Bereits im vergangenen März wurde die Verlagerung des Geschäftsbereichs in die Slowakei in Angriff genommen. Für die betroffenen Mitarbeiter gebe es das Angebot, an den Sandguss-Standort Klagenfurt zu wechseln – dies habe allerdings bislang niemand angenommen.

Produziert wurde bisher an fünf Standorten in Klagenfurt, Garching und Friedrichshafen in Deutschland, in der Slowakei und in Schwoich. Auch der Standort Garching gilt als Wackelkandidat. Die MWS-Gruppe entstand 2004 durch die Übernahme der Gießerei Bühlguss in Kufstein und Klagenfurt. Derzeit seien insgesamt 800 Mitarbeiter beschäftigt. 2014 schrieb der Konzern einen Jahresüberschuss von 1,87 Mio. Euro, die Aluguss Gmbh einen Verlust von 700.000 Euro. (mas, APA)