Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 17.12.2015


Standort Tirol

Umdenken im Wintertourismus

Die Tourismusregion Mayrhofen-Hippach will touristische Angebote abseits des Skifahrens verstärkt ausbauen. Dafür wurde eine Infrastrukturgesellschaft gegründet.

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© Dähling



Von Angela Dähling

Mayrhofen – Gut zwanzig Millionen Euro haben die Mayr­hofner Bergbahnen in den neuen Speicherteich „Pangert“ samt Technik investiert. Schließlich wirbt das Zillertal mit Schneesicherheit. Dennoch fängt man selbst in der Tourismushochburg Mayrhofen und ihren auf über 1800 m Seehöhe gelegenen Skigebieten an umzudenken. „Wir brauchen Produkte außerhalb des Skifahrens“, sagte An­dreas Hundsbichler, Obmann des Tourismusverbandes Mayrhofen-Hippach, bei der Vollversammlung am Montagabend.

Und dafür, aber auch für die Verbesserung des Sommerangebotes, sei eine Infrastrukturgesellschaft mit den fünf Gemeinden der Region (Mayr­hofen, Brandberg, Rams­au, Schwendau, Hippach) und der Ortsfraktion Ginzling gegründet worden. Die Pläne: das Seitental Zillergrund sanft mit einem Themen-Winterwanderweg beleben und vom Gasthof Klaushof bis Häusling auf 1000 Meter Seehöhe eine fünf Kilometerlange Langlaufloipe neben dem Bach zu installieren. Auch eine geschnitzte Eiskrippe bei der Häusling-Kirche Maria Rast, ein Ruftaxi und ein Kinder-Winterspielpark, Kutschenfahrten, Eislaufen und Schneeschuhwandern inkludieren die Pläne für das Zillergrund-Projekt. Ein Unterausschuss der Lawinenkommission sei noch zu gründe­n. „Es wird vorkommen, dass wir das Seiten­tal auch mal ein paar Tag­e zusperren müssen“, sagt­e Hundsbichler.

Auch mit der Zukunft des Erlebnisbades in Mayrhofen, der Nutzung der Turnhalle im Europahaus, der Zukunft des Ramsbergliftes, weiteren Klettersteigen und Wanderwegen sowie einem großen Erlebnispark für alle fünf Gemeinden beschäftigt sich die Gesellschaft. Im Stilluptal, dem „Tal der Wasserfälle“, soll ein Wanderweg abseits der Asphaltstraße von Mayrhofen bis zum Stausee entstehen. In Absprache mit dem Verbundkonzern gibt es auch Überlegungen, eine klimafreundlich betriebene Fähre auf dem Speichersee fahren zu lassen. „Und am Schlegeisspeichersee ist ein Klettersteig an der Staumauer samt Aussichtsplattform geplant. Das wäre weltweit einzigartig“, meint Hundsbichler.

TVB-GF Andreas Lackner verdeutlichte den 100 erschienenen Mitgliedern bei der Vollsammlung neuerlich die Wichtigkeit der Online-Buchbarkeit. 2,9 Mio. Euro seien heuer durch Online-Buchungen auf diversen Plattformen (darunter die des TVB und booking.com) umgesetzt worden, 2014 waren es noch 1, 5 Mio. Euro. Zwar konnten in der TVB-Region die Nächtigungen im Winter 2014/15 und im Sommer 2015 im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden, „aber es hapert an der Wertschöpfung bei den Betrieben“, zeigte Obmann Hundsbichler auf.

Das 6,6 Mio. Euro schwere Budget für 2016, von dem 1,07 Mio. Euro in die Zillertal Tourismus GmbH fließen, wurde einstimmig beschlossen, die Jahresrechnung 2014 einstimmig angenommen und Vorstand und Aufsichtsrat ebenfalls einstimmig entlastet