Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 28.01.2016


Osttirol

Natura-Geld soll mehr Gästebetten bringen

Gemeinden des vorderen Iseltales wollen den Fördertopf gemeinsam anzapfen. Schwerpunkt ist Wildwasser, Impuls für Beherberger erhofft.

Die Bürgermeister Martin Huber (Oberlienz), Ludwig Pedarnig (Schlaiten), Franz Gollner (St. Johann) und Karl Poppeller (Ainet, v. l.) unterzeichneten die Isel-Deklaration.

© OblasserDie Bürgermeister Martin Huber (Oberlienz), Ludwig Pedarnig (Schlaiten), Franz Gollner (St. Johann) und Karl Poppeller (Ainet, v. l.) unterzeichneten die Isel-Deklaration.



Von Catharina Oblasser

Oberlienz – Vier Gemeinden des vorderen Iseltals machen gemeinsame Sache: Oberlienz, Schlaiten, Ainet und St. Johann wollen in enger Abstimmung Projekte an der Isel entwickeln. Anreiz ist das Förderpaket des Landes, das zehn Millionen Euro, verteilt auf zehn Jahre, verspricht. Alle Osttiroler Gemeinden, die von der bevorstehenden Natura-2000-Ausweisung betroffen sind, können sich um diese Förderungen bewerben. Damit sollen Einschränkungen, die durch das Schutzgebiet entstehen, abgefedert werden. Formell besiegelten die Bürgermeister der vier Gemeinden diese Zusammenarbeit mit der so genannten „Isel-Deklaration“, die am Mittwoch in Oberlienz unterschrieben wurde.

Ein Leuchtturm-Projekt soll das so genannte „Isel-Camp“ sein. „Das ist eine Aufweitung der Isel mit Bade- und Angelteich, Grillplätzen und einem Wildnis-Parcours“, beschreibt der Aineter Bürgermeister Karl Poppeller. Existent ist das Isel-Camp allerdings noch nicht. „Wir brauchen dafür drei bis fünf Hektar Grund, und da sind wir noch auf der Suche.“ Sollte das Projekt ins Rollen kommen, so werde das zugleich eine Nagelprobe dafür, wie sehr die neuen Natura-2000-Vorgaben solche Vorhaben bei ihrer Umsetzung einschränken, sagt Poppeller.

Zentrales Thema aller Projekte soll das Wildwasser der Isel sein. Erlebnistourismus heißt das Stichwort. Im Fahrwasser dieser Attraktionen sollen auch wieder mehr Beherbergungsbetriebe oder Privatzimmer entstehen, hoffen die Bürgermeister. Denn was allen fehlt, sind Nächtigungen. „Wir wissen von den hiesigen Raftingunternehmen, dass nur ein Prozent der Teilnehmer bei uns übernachtet“, schildert der Oberlienzer Bürgermeister Martin Huber. Wie viele Gästebetten es in den vier Gemeinden gibt, können die Ortschefs nicht sagen. Wenige seien es auf jeden Fall. Vor dem Hintergrund der neuen Aufbruchsstimmung und der Tatsache, dass Förderungen winken, könnten sich Einheimische oder andere Unternehmer vielleicht zu einer Investition in Unterkünfte entschließen, hoffen die Bürgermeister.

In allen vier Gemeinden können alle Interessierten ihre Ideen für Projekte an der Isel vorbringen. Bei einem Informationsabend zur Isel-Entwicklung am Dienstag haben das schon viele Aineter, Schlaitner, St. Johanner und Oberlienzer getan. Diese Ideen werden nun ausgewertet.