Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 10.02.2016


Imst

Sonnenkraft ist elektrisierend

Das Interesse an Stromproduktion mittels Photovoltaikanlagen steigt im Bezirk stetig. Ein volles Infoseminar und der Erfolg auf dem Pitztaler Gletscher bestärken den Weg.

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© lanbach



Von Hubert Daum

Imst, Tarrenz, St. Leonhard – Die Energiestrategie des Landes Tirol, ab 2050 energieautark zu werden, gibt die Richtung vor: Der Stromanteil aus Sonnenenergie sollte auf 20 Prozent gesteigert werden. Die Strahlkraft der Sonne interessiert auch die Bauern im Bezirk zusehends. Die Intention, eine Photovoltaikanlage für den landwirtschaftlichen Betrieb zu errichten, unterstützt die Bezirksbauernkammer intensiv und bietet auch jährlich einen PV-Infotag an.

„Am PV-Infotag letzte Woche konnten wir 30 Interessenten begrüßen“, berichtet der PV-Experte der Imster Kammer, Leo Larcher, „insgesamt wurden im Jänner bei der Ömag 40 Anträge auf Förderung einer PV-Anlage im landwirtschaftlichen Bereich bezirksweit gestellt.“ Zurzeit sei das große Warten auf die Zusage an der Tagesordnung. Larcher schätzt, dass die ersten Förderzusagen in rund drei Wochen eintrudeln. Die Wartenden nutzten nun die Zeit, um sich beim PV-Infotag wichtige Informationen zu holen.

Ziemlich genau vor einem Jahr saß auch die Familie Lanbach, die eine Pferdezucht am Glöckhof in Obtarrenz betreibt, in der Runde. Mittlerweile ziert eine stolze 25-kW-PV-Anlage das Riesendach des Betriebes, mit der 5-kW-Anlage wird zudem das Privathaus versorgt. Jungbauer Reinhard Klingenschmid: „Die Anlage hat unsere Erwartungen übertroffen, nach rund zehn Jahren hat sie sich amortisiert.“ Bei einer Anlage dieser Größenordnung rechnen die Experten mit einer CO2-Einsparung von rund 18 Tonnen pro Jahr.

Voll des Lobes ist auch Marcus Herovitsch von den Pitztaler Gletscherbahnen. International beachtet entstand im letzten Jahr auf 2800 Metern Seehöhe „Europas höchstgelegene PV-Anlage“ dieser Größe. Mit 3000 Modulen nahe der Bergstation sollten bis zu 1,3 Millionen kWh Sonnenstrom produziert werden. Im Zwischenresümee zeigt man sich mit der Anlage, die im Oktober letzten Jahres in Betrieb gegangen ist, zufrieden. Herovitsch: „Die Integration in die bestehenden Systeme ließ sich relativ einfach umsetzen. Obwohl die Monate November und Dezember die schwächsten sind, konnten rund 20 Prozent der Stromkosten eingespart werden.“ International stoße die PV-Anlage auf großes Interesse. So habe sogar die New York Times über die Innovationsfreudigkeit im Tiroler Tourismus berichtet.

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Die Gemeinde Tarrenz hat übrigens eine 80-kW-Anlage in Planung, auf der Gmeiner-Volksschule in Imst sind ebenfalls Kollektoren geplant.