Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 16.02.2016


Standort Tirol

Weichen für Axamer Kraftwerk sind gestellt

Gemeinde und Lizum haben sich zusammengetan, um den Axamer Bach zur Stromerzeugung zu nutzen. Die Grünen haben ihre Bedenken.

© RiedlBeim Axamer Bach will die Gemeinde ein Kraftwerk errichten, das u.a. die Lizum mit Strom versorgen soll.Foto: Riedl



Von Denise Daum

Axams – Energieautonomie bis 2050 – dieses hehre Ziel hat bekanntlich das Land Tirol ausgerufen. Das wird ohne Zutun von Gemeinden und Unternehmen nicht zu erreichen sein. Axams Bürgermeister Rudolf Nagl will seinen Beitrag – oder besser gesagt den seiner Gemeinde – dazu leisten. Seit rund drei Jahren laufen die Planungen für das Wasserkraftwerk Axamer Bach. „Wir wollen weg von der fossilen Energie. Laut einer Studie der Energie Tirol eignet sich der Axamer Bach sehr gut zur Stromgewinnung“, erklärt Nagl.

Nun wurden mit der Gründung einer Gesellschaft die Weichen für das Projekt gestellt. Das Kraftwerk soll gemeinsam mit der Axamer Lizum gebaut und betrieben werden. Hierzu ist die „Wasserkraft Axams GmbH“ gegründet worden, an der die Gemeinde mit 51 Prozent knapp die Mehrheit hält. Die Geschäftsführung wird von der Lizum übernommen – zu kostengünstigen Konditionen, wie Nagl betont. Insgesamt werden 2,4 Millionen Euro investiert. Die Amortisationszeit soll bei 13 Jahren liegen, das heißt, dann soll das Kraftwerk abgezahlt sein und einen Gewinn abwerfen. „Das sind für die Gemeinde Einnahmen, die dringend für Infrastrukturprojekte benötigt werden“, betont der Bürgermeister. Mit dem Strom des Wasserkraftwerks soll nicht nur die Axamer Lizum versorgt werden – der Überschuss werde ins öffentliche Netz eingespeist.

Derzeit sei man mit dem Projekt in der Einreichplanung. Wie lange das Behördenverfahren nach der Einreichung dauern werde, sei schwer zu sagen. „Der Axamer Bach hat aufgrund seiner Verbauung nicht gerade einen hohen ökologischen Wert. Das bringt im Verfahren natürlich eine Erleichterung“, erklärt Nagl. Liege ein positiver Bescheid vor, könne sofort mit dem Bau begonnen werden.

Die Grünen haben sich im Gemeinderat bei der Abstimmung zum Wasserkraftwerk der Stimme enthalten. „Aber nicht, weil wir grundsätzlich gegen den Bau sind“, erklärt Gabriele Kapferer-Pittracher. Vielmehr monieren die Grünen, dass keine Untersuchungen angestellt wurden, wie eine Bürgerbeteiligung aussehen könnte. Kapferer-Pittracher gibt außerdem zu bedenken, dass „im Winter wenig Wasser vorherrscht, aber viel Strom gebraucht wird“. Zudem äußert sie Zweifel ob der Wirtschaftlichkeit. Immerhin seien die Strompreise niedrig.