Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 02.04.2016


Standort Tirol

„Zusagen müssen Taten folgen“

70 Unternehmer aus der Tourismusbranche debattierten mit Minister Rupprechter.

Prominente Runde (v. l.): Franz Hörl, Minister Andrä Rupprechter, Gerold Mattersberger und Wirtschaftsbundobmann Peter Müller.

© WB/KlotzProminente Runde (v. l.): Franz Hörl, Minister Andrä Rupprechter, Gerold Mattersberger und Wirtschaftsbundobmann Peter Müller.



Grän – Traditionell zum Ende der Wintersaison lädt der Wirtschaftsbund (WB) Reutte zum Außerferner Tourismustreffen ein. „Das Treffen steht stets im Zeichen des Austausches – einerseits unter den Touristikern, andererseits mit Entscheidungsträgern aus der Politik“, so der Bezirksobmann des WB Reutte, Peter Müller. Heuer war das Podium prominent besetzt. Erstmalig konnte mit Bundesminister Andrä Rupprechter ein Mitglied der Bundesregierung begrüßt werden. Auch Franz Hörl, Obmann der Sparte Tourismus der WK Tirol, gab sich die Ehre.

Bei der Diskussionsrunde wurden Themen wie Verkehr, Golfplatzkonzept, Saisonniers­regelung, Freizeitwohnsitze, Fachkräftemangel und Regionalität debattiert. Was die weitere Entwicklung hinsichtlich bestehender bzw. neuer Golfplätze betrifft, so keimt mit der Evaluierung des Golfplatzkonzeptes wieder Hoffnung in der Zugspitzregion und im Tannheimer Tal auf. „Die Landesregierung hat hier durchaus gute Kompromisse zusammengebracht. Moorböden und auch die Größe stellen im neuen Konzept keine Ausschließungsgründe mehr dar“, informierte Hörl. Weniger erfreut zeigt er sich betreffend den Vorschlag Freizeitwohnsitze auf Bauernhöfen einzurichten. „Dahingehend hält sich meine Begeisterung in Grenzen. Ich lehne diesen Vorschlag strikt ab. In der Lenzerheide in der Schweiz zeigt sich, dass dieses Modell nicht erfolgreich ist. Dort stehen 4000 ,warme Betten‘ 20.000 ,kalten‘ gegenüber. Das ist nicht der Weg, den wir einschlagen sollten.“

In Sachen Regionalität sieht Rupprechter gute Kooperationsmöglichkeiten zwischen Land- und Tourismuswirtschaft. „Entsprechende Qualität aus der Region ist in Tourismusbetrieben sehr gefragt. Hier besteht eine große Vermarktungschance zwischen landwirtschaftlichen Betrieben und Tourismusbetrieben mit Mehrwert auf beiden Seiten“, so der Minister.

Die Realisierung und der Baubeginn des Fernpass-Scheiteltunnels und auch des Tschirganttunnels waren eine klare Forderung bei diesem Treffen. „Landeshauptmann Platter hat als Gast bei unseren vergangenen Treffen klare Aus- und Zusagen hinsichtlich der Tunnelvorhaben getroffen. Wir fordern nun, dass diese Zusagen eingelöst werden und Taten folgen“, stellte Peter Müller unmissverständlich klar. (TT, fasi)