Letztes Update am Mo, 09.05.2016 13:05

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wirtschaftswachstum

Tirol zählte 2015 zu Österreichs Konjunkturlokomotiven

Oberösterreich, Vorarlberg und Tirol lagen 2015 beim Wachstum als Konjunkturlokomotiven über dem Österreich-Schnitt.

Symbolfoto.

© KeystoneSymbolfoto.



Wien, Innsbruck – Das Wirtschaftswachstum war im Vorjahr in Österreich sehr ungleich verteilt. Vor allem die industriestarken Bundesländer Oberösterreich und Vorarlberg, aber auch Tirol legten überdurchschnittlich zu. Das Burgenland lag mit 0,9 Prozent im Österreich-Schnitt, knapp vor Niederösterreich, Wien, Salzburg und Kärnten. Abgeschlagenes Schlusslicht war 2015 die Steiermark mit nur 0,1 Prozent Zuwachs.

Die Dienstleistungshochburgen unter den österreichischen Bundesländern konnten im Vorjahr mit den industrieorientierten Ländern gut mithalten, 2016 kommen sie noch besser in Fahrt, erwartet die Bank Austria in ihrer am Montag präsentierten Analyse. Heuer dürften alle Bundesländer stärker wachsen als 2015, die Schwankung wird zwischen 1,4 Prozent (Burgenland) und 1,8 Prozent (Oberösterreich) liegen und damit deutlich geringer ausfallen als 2015.

Wirtschaft wächst 2016 stärker als im Vorjahr

Oberösterreich und Vorarlberg dürften zwar abermals die wachstumsstärksten Bundesländer sein, dahinter folgt 2016 aber die Steiermark als drittes Bundesland, das über dem prognostizierten Österreich-Schnitt von 1,5 Prozent liegt. Aber auch die anderen Bundesländer liegen nur knapp dahinter. Wachstumstreiber ist heuer die Steuerreform, gefolgt von niedrigen Rohstoffpreisen, dem unterbewerteten Euro und der lockeren Geldpolitik

Die Wirtschaft wird heuer der Bank Austria zufolge mit einem Plus von 1,5 Prozent stärker wachsen als im Vorjahr (0,9 Prozent) - und zwar in sämtlichen Bundesländern.

Die Konjunktur werde schwächer gesehen als sie tatsächlich ist. „Was die wirtschaftliche Entwicklung betrifft, haben wir eine besonders negative Stimmung - die Bevölkerung ist unzufrieden und verunsichert: man hat derzeit das Gefühl, dass der hohe Lebensstandard in Österreich nichts mit der Wirtschaft zu tun hat“, wundert sich Bruckbauer bei einem Pressegespräch.

Die Stimmungslage schafft aber auch negative Fakten: sie wirkt sich auf die Investitionsfreudigkeit der Unternehmen aus. „Auf der Unternehmensseite ist auch die Steuerreform nicht glücklich gelaufen“, meinte der Bank-Austria-Ökonom etwa unter Verweis auf die neue Registrierkassenpflicht und die unverändert hohe Regulierung.

Wirtschaftswachstum kann Anstieg bei Arbeitslosen nur dämpfen

Das Sentiment in der Bevölkerung auch nicht gerade verbessern wird die heuer weiter steigende Arbeitslosigkeit, die von der Bank Austria erwartet wird. Die Quote soll sich trotz der besseren Konjunktur von 9,1 auf 9,5 Prozent ausweiten. Das Wirtschaftswachstum ist zu schwach, um einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern - es kann die Zunahme lediglich dämpfen.

Sehr wohl positive Impulse liefern soll die Steuerreform betreffend Kaufkraft der Bevölkerung. „Die Konjunkturerholung ist von der starken Binnennachfrage getrieben“, so Bruckbauer. Neben der Steuerreform spiele dabei auch die niedrige Inflation eine Rolle. (APA, tt.com)

- APA