Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 13.07.2016


Bezirk Reutte

Legendäre Cilli-Hütte wurde wieder zum Leben erweckt

In der Cilli-Hütte am Hahnenkamm geht’s aufs Neue rund. Investoren haben über eine Mio. Euro lockergemacht und sich einen Traum erfüllt.

© Adriana WackerDie vier Investoren der frisch umgebauten Cilli-Hütte Franz Schratt, Josef Kattum, Fritz Schweiger, Robert Ackermann (v. l.).Foto: Wacker



Von Adriana Wacker

Höfen – Der Hahnenkamm ruft. Durch die 2011 neu errichtete Bahn und das Panoramarestaurant ist das Ski- und Wandergebiet wieder in Schwung gekommen. Und das Geschäft läuft gut, was auch Investoren lockt – wie zum Beispiel jene der Cilli-Hütte, die kürzlich Neueröffnung feierte. „Diese Eröffnung stellt einen wichtigen Baustein in der Entwicklung des Skigebiets Hahnenkamm dar und ist unverzichtbar für die gesamte Region, denn eine Hüttenlegende wird wieder ins Leben gerufen“, ist Höfens Bürgermeister Vinzenz Knapp überzeugt. Auch der Gemeinde hätte laut Knapp nichts Besseres passieren können, denn „es herrscht eine erfreuliche Aufbruchsstimmung“.

Bunte Dirndln und lässige Lederhosen, reichlich Sekt, Bier und kleinen Häppchen – so wurde die neue Cilli-Hütte gefeiert. Und das Ergebnis nach Kauf und aufwendigem Umbau kann sich sehen lassen. Die ehemals urige Skihütte erstrahlt in neuer Pracht, bietet 90 Sitzplätze und 24 Betten. Projektentwickler und Allgäuer Teilinvestor Fritz Schweiger hat schon als Kind davon geträumt, einmal eine eigene Hütte zu besitzen. Die Cilli-Hütte sei für ihn ein Glückstreffer gewesen, denn die Unterkunft, welche 1932 erstmals als Hahnenkammhaus erwähnt und auch schon von Kriegssoldaten verwendet wurde, sei bei jedem alten Skifahrer von Memmingen bis Reutte bekannt. Zum großen Bekanntheitsgrad beigetragen hat sicher auch die ehemalige Hüttenwirtin und Namensgeberin Cilli Barbist mit ihrer originellen Art.

Den Weg zur Neueröffnung beschreibt Schweiger jedoch härter als vorerst angenommen. „Durch Schwierigkeiten mit der Baugenehmigung sind wir ein hohes Risiko eingegangen. Es war gut, die Belastung auf vier Schultern aufteilen zu können“, lacht der 65-jährige Bauunternehmer. Durch die nur sechsmonatige Bauzeit konnten sämtliche Verzögerungen aufgeholt werden, und im September soll die Hütte vollkommen fertig gestellt werden. Das Fundament bis zum ersten Stock sowie die Deckenstruktur der neuen Stube, welche mit mühevollen Sandstrahlarbeiten restauriert wurde, seien erhalten geblieben, um dem Bestandsschutz nachzukommen. Oben sind vier großzügige Räume mit bis zu sechs Betten entstanden, welche maximal 24 Bergbegeisterten in Zukunft eine Unterkunft bieten werden. Gepachtet und geführt wird die Hütte von Schweigers Lebensgefährtin Bettina Endres.

Die vier Investoren der frisch umgebauten Cilli-Hütte: Franz Schratt, Josef Kattum, Fritz Schweiger, Robert Ackermann.
- Adriana Wacker

Die allgemeine Planung wurde vom Architekturbüro Walch und Partner übernommen. Walch lobt vor allem die Verwendung von Naturelementen wie Stein und Holz für die Schaffung einer gelungenen Landschaftsintegration. Auch die rechtliche Grundlage sei laut dem Ortsplaner eine Außerferner Spezialität, denn die Gemeindegrenze zwischen Wängle und Höfen verlaufe mitten durch die gemütliche Stube. „Nur durch die Unterstützung beider Gemeinden ist es möglich geworden, das Projekt überhaupt ins Rollen zu bringen“, betont er weiter.

Der Innenausbau sowie die Konzeptplanung wurden von Fritz Schweiger und seinem Team selbst durchgeführt, denn es sei ihm ein starkes Anliegen gewesen, eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen, welche aber „nicht zu viel jodeln“ solle. „Wirtschaftlichen Aspekten zum Trotz sind wir alle selber begeisterte Skifahrer und haben vor, die Unterkunft zu Anlässen wie Weihnachten und Neujahr mit Familie und Bekannten zu nutzen.“