Letztes Update am Di, 19.07.2016 16:49

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Rosenberger-Raststätte am Brenner vorerst geschlossen

Die Raststation Rosenberger am Brenner hat am Montag ihren Betrieb eingestellt. Die Betreiber begründen den Schritt mit Umsatzeinbußen aufgrund des Grenzmanagements.

© zeitungsfoto.atDie Autobahnraststätte Rosenberger.



Brenner – Vor fünf Jahren unter dem Titel „höchstgelegene Raststation Europas auf 1370 Metern Seehöhe“ und „zeitgemäßes Eintrittsportal nach Tirol“ feierlich eröffnet, stehen Reisende am Dienstag vor verschlossenen Türen. Die Autobahnraststätte Rosenberger an der A13 im Gemeindegebiet von Gries am Brenner hat gestern die Einstellung ihres Betriebes verkündet.

Das Unternehmen begründet den Schritt mit den vorbereitenden Grenzsicherungsmaßnahmen, den dadurch entstandenen Einschränkungen bei der Zufahrt und auf dem Parkplatzareal und den daraus resultierenden Umsatzeinbußen. Minus 40 Prozent am vergangenen Samstag beim Umsatz im Vergleich zum Vorjahr. Am Ende seien es ganz „einfach wirtschaftliche Gründe“ gewesen, die Rosenberger-Geschäftsführer Thomas Wollner zum Schritt bewegt haben. „Wir haben zwei Drittel unseres Parkplatzes verloren. Dazu war die Zufahrt extrem kompliziert. Und die Autofahrer wussten nicht, ob kontrolliert wird und sind lieber einmal weitergefahren“, sagt Wollner, der sich eine Kritik an der Politik nicht ganz verkneifen will. „Wenn man hört, dass hier zwei, drei Leute aufgegriffen werden, fragt man sich schon, was der Zinnober soll.“ Natürlich seien die Vorbereitungen wichtig und richtig gewesen, die Zusammenarbeit mit Polizei und Asfinag sei auch gut gewesen. Aber auf die wirtschaftlichen Konsequenzen habe niemand geschaut. „Es hat sich auch nichts bewegt, es ist niemand in die Gänge gekommen und darum haben wir am Freitag den Entschluss gefällt zu schließen.“ Rosenberger ist an diesem Standort nur Pächter. Ob und wann eventuell wieder aufgesperrt werden könnte? Diese Frage könne man derzeit nicht beantworten, sagte Wollner. Nachsatz: „Es ist absolut nicht so, dass wir gerne schließen.“

Die 21 Mitarbeiter des Restaurants werden an anderen Rosenberger-Standorten weiter beschäftigt, die OMV-Tankstelle vor Ort bleibt geöffnet, versichert der Rosenberger-Geschäftsführer.

Überrascht über die unerwartete Schließung der Autobahnraststätte zeigt man sich beim Autobahnbetreiber Asfinag. Im Zuge der Vorbereitungen zum Grenzmanagement habe es mehrere Abstimmungen zusammen mit Asfinag, Polizei und dem Innenministerium gegeben. „Dabei wurden natürlich auch die Betreiber der Betriebe am Brenner von sämtlichen Maßnahmen in Kenntnis gesetzt. Diese wurden bei den Besprechungen zur Kenntnis genommen und akzeptiert“, teilt Asfinag-Sprecher Alexander Holzedl auf Nachfrage mit. Daher sei die schwerwiegende Maßnahme einer nunmehrigen Schließung für die Asfinag nicht nachvollziehbar. Man werde weitere Gespräche suchen und strebe eine rasche Lösung mit den Betreibern an. (mw, np, TT)