Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 28.07.2016


Standort Tirol

„Die Bereiche im Tirol Haus müssen getrennt bleiben“

Patrizia Zoller-Frischauf richtet die Standortagentur neu aus. Die Betriebsansiedelung soll im Ressort der Wirtschaftslandesrätin bleiben.

2018 soll die Standortagenturm mit der Tirol Werbung und dem Agrarmarketing ins geplante „Tirol Haus“ im Hilton-Turm übersiedeln.

© Andreas Rottensteiner / TT2018 soll die Standortagenturm mit der Tirol Werbung und dem Agrarmarketing ins geplante „Tirol Haus“ im Hilton-Turm übersiedeln.



Von Stefan Eckerieder

Innsbruck – „Die Herausforderungen für die Tiroler Unternehmen sind nicht klein. Noch nie hat sich alles so schnell verändert“, so Wirtschaftslandesrätin Zoller-Frischauf. Die Standortagentur Tirol werde deshalb ihre Dienstleistungen für die heimischen Unternehmen intensivieren, sagen die Landesrätin und Harald Gohm, Chef des landeseigenen Standortberaters. Die Aufgaben für die Standortagentur werden auch nach der örtlichen Zusammenlegung im noch zu schaffenden Tirol Haus dieselben bleiben, meinen beide unisono im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung.

Wie berichtet, sollen Tirol Werbung, Standortagentur und Agrarmarketing ab 2018 in das Hilton-Hochhaus einziehen. Neben der räumlichen Zusammenlegung sollen die drei Unternehmen auch gemeinsam vermarktet werden. Wie das genau aussehen soll, wird derzeit erhoben. Eines steht für Zoller-Frischauf aber bereits fest: „Es wird zwar ein gemeinsames Dach geben, aber inhaltlich müssen die Bereiche getrennt bleiben.“ Die Aufgaben der drei Landesunternehmen seien zu verschieden. „Das Agrarmarketing etwa hat andere Inhalte als die Standortagentur“, sagt die Landesrätin.

Zudem geht Zoller-Frisch­auf davon aus, dass auch künftig mehrere Ressorts für die Angelegenheiten des Tirol Hauses zuständig sein werden. Die Tirol Werbung fällt derzeit nämlich in die Agenden des Tourismusreferenten, Landeshauptmann Günther Platter, das Agrarmarketing in das Agrarressort von LHStv. Josef Geisler, und die Standort­agentur ist bei Wirtschaftslandesrätin Zoller-Frischauf angesiedelt. „Ich gehe davon aus, dass es auch künftig mehrere Zuständigkeiten gibt“, sagt die Landesrätin.

Die Aufgaben für die Standortagentur sollen im neuen Tirol Haus die selben bleiben, sind sich Zoller-Frischauf und Gohm (r.) einig.
Die Aufgaben für die Standortagentur sollen im neuen Tirol Haus die selben bleiben, sind sich Zoller-Frischauf und Gohm (r.) einig.
- Andreas Rottensteiner / TT

Die Standortagentur ist neben Betriebsansiedelungen mit ihren 39 Mitarbeitern für die Förderberatungen von Unternehmen zuständig und für die Vernetzung der heimischen Betriebe. Künftig werde man sich noch stärker auf Dienstleistungen für die Tiroler Betriebe konzentrieren und die Angebote in diesem Bereich ausweiten. „Es geht nicht darum, dass es nicht funktioniert hätte. Wir nehmen nur Anpassungen und Feineinstellungen vor“, erklärt Zoller-Frischauf. So soll den Betrieben bei Finanzierungen stärker unter die Arme gegriffen werden. Erfolgreich sei man bereits bei der Vermittlung von Investoren für Tiroler Start-ups. Aber auch bestehende Unternehmen seien für Finanzierungen vermehrt auf Investorensuche. Diese wolle man länger und intensiver begleiten.

Zudem wolle man unter anderem die Kooperation zwischen Unternehmen und auch mit der Wissenschaft vorantreiben, um Innovationen aus Tirol stärker zu fördern. „Die Standortagentur nur als Betriebsansiedler zu sehen, greift viel zu kurz“, sagt Gohm. Eine große Herausforderung sei die Digitalisierung, für Tirol im Besonderen die Themen Medizin 4.0 und Industrie 4.0. Bereits 2014 hat sich Tirol in Wien um eine geförderte Industrie-4.0-Pilotfabrik beworben. Derzeit sei aber noch nichts entschieden. Ein zusätzliches Budget werde es für die Standortagentur für die neuen Aufgaben nicht geben. „Neue Aufgaben kommen dazu, dafür fallen andere weg“, sagt Gohm.


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