Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 24.08.2016


Reutte

Zugspitz Arena ist wieder gekittet

Neuwahlen oder gar Auflösung des TVB sind nach einem klärenden Informationstreffen offenbar vom Tisch. Die kooptierten Vorstände sind nicht stimmberechtigt, beim TVB-Büro heißt es zurück zum Start.

Viele gemeinsame Projekte wie auch die Aussichtsplattform der Tuftlalm sind der Kitt des TVB.

© PaschingerViele gemeinsame Projekte wie auch die Aussichtsplattform der Tuftlalm sind der Kitt des TVB.



Von Alexander Paschinger

Lermoos, Ehrwald, Bichlbach – Gut zwei Stunden dauerte die Informationsveranstaltung am Montag in Bichlbach, „und es gab eine angeregte Unterhaltung“, so der Leiter der Tiroler Tourismusabteilung, Gerhard Föger. „Es ist erfreulich, dass es zu keiner Auflösung des TVB oder zu Neuwahlen kommt“, berichtet Föger weiter, denn „wir haben wieder in die Spur gefunden.“

Tatsächlich war die Verärgerung im Tourismusverband Tiroler Zugspitz Arena in den vergangenen Wochen groß. Alles ging von einer Kampfabstimmung im Vorstand aus, wobei es um den künftigen Standort des TVB-Büros ging. Die kooptierten Vorstände votierten für den Standort Ehrwald, Obmann Michael Fasser allein für die Lermooser Variante, und seine beiden Stellvertreter enthielten sich der Stimme. Worauf es zu einer rechtlichen Abklärung der Situation kam: Nur der Dreier-Vorstand aus Obmann und den Stellvertretern ist stimmberechtigt. „Die Situation in der Zugspitz Arena war uns bekannt“, meinte Föger am Dienstag zur TT, „wir haben bei den Beschlüssen immer darauf geschaut, wie die drei Stimmberechtigten abgestimmt haben.“ Bislang gab es immer einstimmige Beschlüsse, „jetzt gab es aber eine Kampfabstimmung“.

Diese Situation nach dem Tiroler Tourismusgesetz, das nach dem Fusionsvertrag von 2003 novelliert worden war, wurde nun den kooptierten Vorständen und dem Aufsichtsrat dargelegt. Obmann Fasser: „Sicher waren auch emotionale Meldungen dabei – aber es ist wieder Ruhe eingekehrt.“ Auch wenn die kooptierten Vorstände kein Stimmrecht hätten, sollten „die Orte gehört werden“, und er selbst werde sich „hüten, gegen die Masse zu agieren“. Vielmehr habe der Dreier-Vorstand in der Vergangenheit bewiesen, voll hinter dem Regionsgedanken zu stehen, auch wenn er sowie die Hoteliers Ernst Mayer und Franz Dengg der Gemeinde Lermoos zugerechnet würden. „Es gibt genügend Kitt, der die Region zusammenhält“, sagt auch Föger und verweist auf die zahlreichen Projekte im Verbandsgebiet.

„Die Kooptierten haben kein Stimmrecht. Aber ich werde mich hüten, gegen die Masse zu agieren.“
Michael Fasser
(TVB-Obmann)Foto: Paschinger
„Die Kooptierten haben kein Stimmrecht. Aber ich werde mich hüten, gegen die Masse zu agieren.“ Michael Fasser
(TVB-Obmann)Foto: Paschinger
- Paschinger

Auch in der Frage des Verbandsbüros werde es eine saubere Lösung geben, so Fasser. Demnächst werde es einen Prüfbericht über verschiedene Varianten geben. Drei Möglichkeiten gibt es, dazu gehört „selbst bauen“ in Ehrwald bei der Kletterhalle, „in Miete gehen“ bei einem Neubau in Lermoos oder eine dritte Lösung mit „bauen lassen und kaufen“, die etwa in Biberwier umgesetzt werden könnte. „Wir warten jetzt auf diesen Bericht“, so der Obmann, der dann den Aufsichtsrat mit dieser Causa betrauen will. „Ich werde mich sicher hüten, mit meiner einzelnen Stimme gegen die anderen zu sein. Hier geht es schließlich um Mitgliedergelder“, erklärt Fasser.

Halbzeitbilanz

Sommer: Der TVB Tiroler Zugspitz Arena erfreut sich im Rahmen der aktuellen Sommer-Halbzeitbilanz eines überdurchschnittlichen Zuwachses. Von Mai bis Ende Juli wurden heuer 344.318 Nächtigungen gezählt. Das sind um 16.831 Übernachtungen oder 5,14 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Juni brachte zwar ein Minus von 14,52 Prozent, aber das hängt mit den Feiertagen zusammen, die heuer allesamt in den Mai fielen. Bei den Ankünften verzeichnete man mit 102.204 ein Plus von 8,2 Prozent in den ersten drei Sommermonaten.

Winter: Der Winter brachte der Zugspitz Arena mit 818.617 Nächtigungen ein Plus von 8,32 Prozent.