Letztes Update am Di, 23.08.2016 12:28

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Klage

Markenstreit zwischen Ischgler Hotelier und Champagnerriesen

Der Ischlger Hotelier Aloys wirft einem französischen Konzern vor, seinen Dosen-Prosecco für die Bewerbung von Veuve Clicquot auszunutzen.

Ein Bild aus besseren Zeiten: Günther Aloys und Paris Hilton beim Start der "Rich"-Kampagne in Ischgl.

© PariggerEin Bild aus besseren Zeiten: Günther Aloys und Paris Hilton beim Start der "Rich"-Kampagne in Ischgl.



Ischgl – Zwischen dem Ischgler Hotelier Günther Aloys und dem französischen Champagnerhersteller MHCS ist ein Markenstreit um den von Aloys erfundenen Dosen-Prosecco „Rich“ entbrannt. Der Unternehmer wirft MHCS vor, die Marke seines Unternehmens „Rich“ ganz gezielt und „über die Maßen“ für die Bewerbung der Champagner-Marke Veuve Clicquot auszunutzen, wie er in einer Aussendung argumentierte.

Der Champagnerriese wiederum habe zuvor ihn und die RICH AG vor dem Landgericht München I in erster Instanz insbesondere auf Feststellung geklagt, dass die Verwendung des Zeichens gestattet sei und man den eigenen Markenanmeldungen zustimmen müsse, so Aloys. In einer Gegenklage betreibt der Hotelier nun die Untersagung der Nutzung des Zeichens in der derzeitigen Form. Laut einem Bericht der Kronen Zeitung klagte Aloys MHCS auf 300.000 Euro.

Vor rund einem Jahr sei MHCS an ihn herangetreten, um über die Verwendung der Bezeichnung „Rich“ zu verhandeln, erklärte Aloys zur Vorgeschichte. Man habe sich in einer Vereinbarung darauf geeinigt, dass MHCS „Rich“ ausschließlich als zusätzliche weitere Bezeichnung für Produkte nutzen dürfe, die unter einer anderen Hauptmarke, wie z. B. Veuve Clicquot, vertrieben werden. Die Verwendung von „Rich“ als Hauptmarke sei dadurch nicht gestattet worden.

„Rich“ prange aber nun so groß auf den Etiketten von zahlreichen Veuve-Clicquot-Sorten, dass insbesondere für den Flaschen-Prosecco von „Rich“eine große Verwechslungsgefahr bestehe, argumentierte Aloys. Der eigentliche Name des Getränks - Veuve Clicquot - sei wegen der dominanten und übergeordneten Bezeichnung „Rich“ kaum mehr wahrnehmbar. „Originär war es die RICH AG, nicht MHCS, die die Markenrechte besaß und wir sehen, dass MHCS eine Markenrechtsverletzung nun billigend in Kauf zu nehmen scheint“, kritisierte der Hotelier. Der 2006 erstmals vorgestellte Dosen-Prosecco hatte vor allem durch PR-Events mit Paris Hilton Schlagzeilen gemacht. (APA)