Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 24.08.2016


Sommerbilanz

Plus für Tirols Tourismus zur Sommer-Halbzeit

Der Juli bescherte den Touristikern deutliche Zuwächse. Kurzreisen boomen, vor allem Deutsche reisen vermehrt nach Tirol.

Tirol profitiert in Zeiten der Terrorangst heuer von seinem Ruf als sicheres Urlaubsland.

© Thomas Böhm / TTTirol profitiert in Zeiten der Terrorangst heuer von seinem Ruf als sicheres Urlaubsland.



Innsbruck – Die Urlauber-Ankünfte legten laut Tirol Werbung im Juli um 10,1 Prozent auf 1,37 Millionen und die Zahl der Nächtigungen um 6,9 Prozent auf 5,12 Millionen zu. Die erste Saisonhälfte (Mai bis Juli) bescherte einen Zuwachs bei den Ankünften um 126.000 oder 5 Prozent auf 2,7 Millionen und bei den Nächtigungen um 341.000 oder 3,8 Prozent auf 9,3 Millionen.

Von Mai bis Juli werden etwa 44 Prozent der Sommernächtigungen (die Saison läuft bis Ende Oktober) registriert, die Aussichten sind dank des guten Wetters im August und der Hoffnung auf einen starken Herbst aber gut.

Hauptverantwortlich für die gute Zwischenbilanz ist das kräftige Plus (plus 348.000 oder 7,9 Prozent auf 4,7 Millionen) bei den Deutschen, die damit mehr als die Hälfte aller Tirol-Urlauber stellen. Zuwächse gab es auch bei österreichischen Gästen oder bei den Schweizern, Belgiern oder Franzosen, während bei den Holländern ein deutliches Minus von fast 10 Prozent registriert wurde.

Bei den Betrieben gab es von Mai bis Juli fast durchwegs ein Wachstum. Die privaten Ferienwohnungen legten um 8,8 Prozent auf 1,3 Millionen Nächtigungen zu, die gewerblichen um 8,5 Prozent auf 641.000. In der Hotellerie verzeichneten die 5- und 4-Stern-Betriebe das größte Wachstum: 3,3 Millionen Nächtigungen entsprechen einem Plus von 3,6 Prozent.

Tirol nähere sich den Top-Zahlen aus den frühen 1990er-Jahren, sagt Tirols oberster Tourismuswerber Josef Margreiter. 1991 hatte es nach der deutschen Wiedervereinigung den bisherigen Sommerrekord mit 23,56 Millionen Nächtigungen gegeben, ehe es dann schleichend bis auf 16,9 Millionen Nächtigungen im Jahr 2006 nach unten ging. Dann gelang langsam die Trendwende. Im Vorjahr lag man bereits bei etwa 19,7 Millionen Übernachtungen. In den letzten zehn Jahren haben die Ankünfte um 42 Prozent zugelegt, die Nächtigungen aber nur um vergleichsweise bescheidene 13,8 Prozent. Kurzurlaube sind in, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt bei nur noch 3,5 Tagen.

Für LH Günther Platter seien die aktuellen Zahlen erfreulich, entscheidend sei aber die Wertschöpfung. Tirol profitiere von kräftigen Investitionen in das Sommerangebot und angesichts der Terror­ängste vom Ruf, ein sicheres Land zu sein. (va)