Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 26.08.2016


Standort Tirol

SOKO Kitzbühel spielt in der Gamsstadt eine kleine Rolle

„Bergdoktor“-Angebote locken jährlich Hunderte Gäste nach Ellmau. Fans von „SOKO Kitzbühel“ müssen ohne Attraktionen auskommen.

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© www.muehlanger.at



Von Miriam Hotter

Kitzbühel – Egal, ob Fanwanderungen, Drehortbesuche, E-Bike-Touren oder eine Kutschenfahrt – „Bergdoktor“-Fans haben in Ellmau zahlreiche Möglichkeiten, die Schauplätze ihrer Lieblings­serie zu besuchen. Der Werbe­effekt ist enorm, wie Lukas Krösslhuber vom Tourismusverband Wilder Kaiser erklärt. „Wir verzeichnen jedes Jahr eine Steigerung, was die Nächtigungen im Sommer anbelangt. Wir gehen davon aus, dass 50 Prozent davon auf den ,Bergdoktor‘ zurückzuführen sind.“ In der Bergdoktorwoche im vergangenen September zählte Ellmau genau 40.548 Nächtigungen.

Doch das, was Ellmau kann, kann Kitzbühel schon lange! Oder doch nicht? „SOKO Kitzbühel“-Fans, die in der Gamsstadt nach ähnlichen Angeboten suchen, tappen im Dunkeln.

Das war nicht immer so. Laut dem Tourismusverband Kitzbühel gab es „vor vier oder fünf Jahren“ noch eine SOKO-Filmtour, bei der ein Guide zu den Drehorten führte. „Doch das Interesse war zu gering und der Preisaufwand zu hoch“, heißt es weiter. Das einzige Mittel, mit dem sich Gäste auf Spurensuche begeben können, ist eine Broschüre mit den Schauplätzen, die beim TVB aufliegt. Doch der Inhalt in dem kleinen Heft ist veraltet. So befinden sich zwei Drehorte mittlerweile woanders, als in der Broschüre beschrieben. Die Innenaufnahmen der Polizeistation werden nämlich nicht mehr in der Tennishalle in Kirchberg gedreht, sondern in der Panoramawelt in St. Johann. Und auch die „Pochlaner Stuben“ wechselte den Standort: Der Alpengasthof Filzerhof in Kirchberg wurde in der Zwischenzeit vom Gasthof Jägerwirt in Scheffau abgelöst.

Die Frage, die sich nun aufdrängt, lautet: Hat Kitzbühel den Werbeeffekt der Serie nicht nötig? Immerhin schauten sich laut quotenmeter.de 2,91 Millionen Zuschauer die letzte Folge im ZDF an. Im ORF verfolgen die Serie durchschnittlich 532.000 Menschen, wie der Sender mitteilte. Kitzbühels TVB-Präsidentin Signe Reisch entgegnet: „Alles hilft, solche Angebote passen gut in die Ausrichtung auf den 365-Tage-Tourismus.“ Bisher sei nichts in die Richtung geschehen, da man schlichtweg „nicht daran gedacht hat“. Dabei gab es in der Vergangenheit bereits Ansätze. Schauspielerin Andrea L’Arronge, welche die „Gräfin Schönberg“ in „SOKO Kitzbühel“ verkörpert, schlug der TVB-Präsidentin und Rasmushof-Chefin ein „Meet and Greet“ vor. „Doch ich habe die Initiative nicht ergriffen“, sagt Reisch und nimmt sich nach kurzer Überlegung vor, das Thema wieder aufzugreifen. „Da kann man sicher etwas machen.“