Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 27.08.2016


Bezirk Landeck

Skischaukel hat Proteste ausgelöst

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© Wenzel



Kaunertal, Langtaufers – Mit einer Mehrheit von 8:4 stimmte der Gemeinderat von Graun im Juni für die Realisierung der seit Jahren geplanten Liftverbindung Kaunertal – Langtaufers. Inzwischen liegt auch die Machbarkeitsstudie der Seilbahner vor. Die Stellungnahmen dazu klaffen allerdings weit auseinander. In der Gemeinde Graun trafen bisher 47 schriftliche Erklärungen bzw. Stellungnahmen ein: 29 davon sprechen für und 18 gegen die grenzüberschreitende Skischaukel.

„Der geplante Anschluss an das Skigebiet Kaunertaler Gletscher ist mit massiven Eingriffen in steiles und felsiges Gelände verbunden“, heißt es etwa in der Erklärung des Alpenvereins Südtirol (AVS). „Damit wird der Charakter der unerschlossenen hochalpinen Bereiche erheblich und dauerhaft verändert. Im Projektgebiet sind aktive Blockgletscher vorhanden. Dies und auch die Steinschlag- und Lawinengefahr lassen viele technische Fragen offen.“ Die nötige Beschneiungsanlage sei mit hohem Wasser- und Energiebedarf verbunden.

Der Landesverband Tirol im Österreichischen Alpenverein (ÖAV) mit Vorsitzendem Gerald Aichner sagte am Freitag auf TT-Anfrage: In derartigen Fragen schließe man sich grundsätzlich dem Standpunkt des internationalen Verbandes an. Eine eigene Stellungnahme gebe es derzeit nicht.

Unter den Befürwortern des Projekts finden sich u. a. der TVB Nauders sowie der Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) in Graun.

Der Langtauferer Touristiker und Kommunalpolitiker Sepp Thöni bestätigte am Freitag auf TT-Anfrage: „Wir nehmen die Reaktionen zur Kenntnis und haben sie bereits an die Landesregierung in Bozen weitergeleitet.“ Die Eingaben würden von den Behörden im Zuge des Genehmigungsverfahrens behandelt. Projekt-Verzögerungen könne man derzeit nicht ausschließen. (hwe)




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