Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 14.09.2016


Kitzbühel

Kitzbühel-Villa von Gerd Käfer steht zum Verkauf

Eineinhalb Jahre nach dem Tod von Gourmet-Papst Gerd Käfer verkauft seine Witwe das luxuriöse Anwesen am Lutzenberg.

Viele Pflanzen zieren das Haus des verstorbenen Gastronomen Gerd Käfer.

© Viele Pflanzen zieren das Haus des verstorbenen Gastronomen Gerd Käfer.



Von Miriam Hotter

Kitzbühel – Es ist ein ganz besonderes Anwesen, das am Lutzenberg in Kitzbühel den Besitzer wechseln soll. Nicht nur, weil zwei riesige bunte Papageien in der Einfahrt stehen, sondern Promi-Gastronom Gerd Käfer viel Zeit dort verbracht hat. Eineinhalb Jahre nach seinem Tod will seine Witwe Uschi Ackermann die Villa samt Außenpool, Wellness-Oase, offenen Kaminen, Weinkeller und Whiskey-Bar verkaufen. „Dieses Anwesen ist für eine Person einfach zu groß“, nennt die 69-Jährige den Grund dafür. Ackermann und Käfers Sohn Christian (36) haben das 439 Quadratmeter große Haus geerbt. „Der Verkauf fällt mir nicht schwer. Es ist zwar traurig, dass mein Mann gestorben ist, aber ich bin dankbar für die schöne Zeit, die wir in diesem Haus verbracht haben“, sagt Ackermann. Außerdem sei der Verkauf auch im Sinne ihres verstorbenen Mannes. „Wir haben zu Lebzeiten darüber gesprochen, dass das Haus zwei Jahre nach seinem Tod verkauft werden soll“, erzählt die Münchnerin, die sich auch von dem Haus auf Sylt trennen möchte.

Um den Verkauf der Kitzbüheler Villa kümmern sich die Immobilienmakler „Engel und Völkers“. „Das Haus kostet 7,3 Millionen Euro. Das ist von uns so bewertet worden“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Böhm. Er selbst wohnt in der Nachbarschaft und erinnert sich noch gut an die Zeit, als Gerd Käfer seine legendären Partys veranstaltete. „Bei ihm war die ganze Welt zu Hause. Er hat ein Händchen dafür gehabt, Feste zu gestalten“, sagt Böhm. Kein Wunder also, dass das Haus über einen Partyturm samt Luxus-Küche verfügt. Und nicht nur das: Im Inneren des Turms finden Gäste eine alte Holztreppe vor, die aus dem Versailler Schloss stammt.

Damit lässt sich das Haus wohl gut verkaufen, oder? „Ich mache mir da keine Sorgen. Die Leute kaufen gerne Immobilien mit einem großen Namen. Es beeindruckt schon, wenn jemand sagen kann, dass er das Käfer-Haus besitzt. Außerdem ist die Villa etwas Besonderes, weil sie an ein Lebkuchenhaus erinnert“, ist Böhm überzeugt. Das Inventar wie Möbel und Deko-Artikel soll versteigert werden.

Ebenso unter den Hammer kommt die wohl größte Privatsammlung an großformatigen Parfüm-Flakons, die Ackermann im Laufe ihres Lebens zusammengetragen hat. Rund 300 Stück werden am 7. 12. bei „Ketterer Kunst“ in München versteigert. Der Erlös soll an den VITA-Assistenzhunde-Verein gehen.

 Zwei bunte Papageien-Statuen stehen in der Einfahrt.
Zwei bunte Papageien-Statuen stehen in der Einfahrt.
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