Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 11.01.2017


Exklusiv

Töchterle soll Tirol Werber werden

Ex-Wissenschaftsminister und ÖVP-Nationalrat Karlheinz Töchterle soll Chef im “Tirol Haus“ werden.

Der ehemalige Uni-Rektor, Ex-Wissenschaftsminister und ÖVP-Nationalrat Töchterle soll im noch zu bauenden „Tirol Haus“ Chef werden.

© ScattalonDer ehemalige Uni-Rektor, Ex-Wissenschaftsminister und ÖVP-Nationalrat Töchterle soll im noch zu bauenden „Tirol Haus“ Chef werden.



Innsbruck – Zuerst hatte es so ausgesehen, als bliebe der große Chefsessel im „Tirol Haus“, wo auch immer es hinkommt, leer. Nun soll er offenbar mit dem ehemaligen Uni-Rektor und Ex-Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle besetzt werden. Töchterle wäre damit der Chef-Koordinator von Standortagentur, Agrarmarketing und Tirol Werbung. Die gemeinsame Vermarktung Tirols ist ein Anliegen von Tourismusreferent LH Günther Platter. Er will seine Pläne diese Woche vorstellen. Eine Fusion der drei Werbe-Einrichtungen wird es in Tirol nicht geben. Südtirol hat sich bereits vor einem Jahr zur Fusion und Konzentration der Marketingbudgets durchgerungen. Viel Protest aus den Regionen war die Folge, den LH Arno Kompatscher aushalten muss.

Töchterle sitzt derzeit auf einem ÖVP-Ticket im Nationalrat. Ob er sein Mandat aufgibt, wenn er der große Tirol Werber werden sollte, ist unklar. Aus Parteikreisen heißt es, es wäre ein „wünschenswerter Nebeneffekt“. Gemeint ist, dass sich vielleicht der wehrhafte Obmann des Wirtschaftsbundes, Franz Hörl, mit einem Nationalratsmandat besänftigen ließe. Hörl flog aus dem Parlament, weil Töchterle von der Regierungs- auf die Abgeordnetenbank wechselte und nicht Platz gemacht hatte.

Platter will für sein „Tirol Haus“ angeblich auch Markus Langes-Swarovski ins Boot bzw. in den Aufsichtsrat holen. Die Schiene dafür könnte Andreas Braun gelegt haben. Er ist der Pate des gemeinsamen „Tirol Hauses“. Der ehemalige Tirol Werber führte die Swarovski-Kristallwelten.

Töchterle dürfte eine harte Ansage für Touristiker sein. Der ehemalige Grüne sah die Erschließung der Kalkkögel bei Innsbruck kritisch. Die Marke Tirol soll künftig auch für den Bildungsstandort Tirol stehen. (aheu)