Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 18.01.2017


Osttirol

Szenarien für Zukunft des Hochsteins werden durchleuchtet

Ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer wird Varianten unter die Lupe nehmen. Die Tourismus-Beratungsfirma „Kohl & Partner“ geht den Potenzialen auf den Grund und erstellt ein Konzept.

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© Funder



Von Claudia Funder

Lienz – Wie die TT berichtete, präsentierten Vorstand und Aufsichtsrat der Lienzer Bergbahnen AG in der vergangenen Woche vier Optionen für die Zukunft des Hochsteins.

Am Montag fand eine Aufsichtsratssitzung des Tourismusverbandes Osttirol (TVBO) – er besitzt etwas mehr als die Hälfte der Aktien­anteile – statt, in der zwei Beschlüsse zu dieser Causa gefasst wurden.

Fakt ist, dass das Lienzer Skigebiet Zettersfeld operativ Gewinne verbucht, diese werden aber von den massiven Verlusten am Hochstein quasi „aufgefressen“. Die Bergbahnen AG bilanziert negativ. „Deshalb muss der TVBO permanent sein Anlagevermögen abwerten und es entsteht ein bilanztechnisches Minus“, erklärt TVBO-Aufsichtsratsvorsitzender Werner Frömel.

Eine mögliche Lösung: die Bergbahnen AG in eine GmbH umzuwandeln. Diese könnte in der Folge in zwei Gesellschaften – je eine für das Zettersfeld und den Hochstein – gesplittet werden, erklärte TVB-Chef Franz Theurl. An Letzterer könnten sich auch private Investoren beteiligen.

In der TVBO-Sitzung wurde nun beschlossen, dass ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer die möglichen Szenarien durchleuchten soll. Ein komplettes „Aus“ für den Hochstein komme für Theurl und Frömel jedenfalls nicht in Frage, stellten sie unisono fest.

Ein zweiter Beschluss, der gefasst wurde, betrifft die Beauftragung der Tourismus-Beratungsfirma Kohl & Partner, sich mit einer Strategie für den Hochstein zu befassen.

Die Stadt Lienz, die etwas weniger als die Hälfte der Aktienanteile der Lienzer Bergbahnen AG hält, ist ins Boot zu holen, denn sie bestimmt mit. Durch einen Syndikatsvertrag ist man aneinander gebunden. Im Vordergrund müssen wirtschaftliche Überlegungen stehen, betont Theurl: „Für politische Spekulationen gibt es in dieser Angelegenheit keinen Platz.“

Nach Vorliegen der Ergebnisse soll Ende März die Entscheidung über die Zukunft der Lienzer Bergbahnen AG und des Hochsteins fallen.