Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 20.01.2017


Standort Tirol

Mercedes verabschiedet sich aus Kitz

Man müsse nun nach Alternativen Ausschau halten.

© Harald Angerer



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Der Stern zieht sich aus Kitzbühel zurück. Zehn Jahre lang gab es eine Kooperation zwischen Mercedes Benz und Kitzbühel Tourismus. Mit 30. Juni wird diese nun beendet. Die Verträge wurden auf jeweils fünf Jahre abgeschlossen, nun wird der Vertrag aber nicht mehr erneuert.

Davon ist auch die Stadt Kitzbühel betroffen: zum einen durch den Mercedes Benz Sport Park, der diesen Namen nicht mehr tragen wird, und zudem gibt es mit dem Tourismusverband eine Vereinbarung, wonach Mercedes öffentliche Flächen nutzen darf. Wie zum Beispiel in der Unteren Hinterstadt: Vor dem TVB-Büro standen noch bis zur Hahnenkammwoche ein Turm von Mercedes und ein Auto. Weil aber Audi einer der Hauptsponsoren des Hahnenkammrennens ist, musste der Turm in dieser Woche weichen. Für die Nutzung der öffentlichen Flächen hat die Stadt jährlich 100.000 Euro vom Tourismusverband erhalten, für den Stadtpark nochmal 50.000 Euro. „Der Stadt geht hier ein wertvoller Partner verloren und auch Einnahmen“, sagt Bürgermeister Klaus Winkler. Man müsse nun nach Alternativen Ausschau halten.

Bei Kitzbühel Tourismus sieht man in dem Rückzug des Autokonzerns keinen Beinbruch. „Wir haben schon nochmal ein Gespräch geführt, aber Mercedes verfolgt eine neue Strategie. Sie werden aber weiterhin mit Hotels in der Region zusammenarbeiten“, sagt Signe Reisch, Präsidentin von Kitzbühel Tourismus. Auch war sie kein großer Fan der Zusammenarbeit. „Ich stelle mir unter einer Kooperation auch etwas anderes vor. Auch dieser Turm in der Innenstadt hat nicht zu Kitzbühel gepasst“, sagt Reisc­h. Die Betriebe in Kitzbühel sollten von solchen Kooperationen mehr profitieren.

Auch sei man in Gesprächen mit anderen Automobilkonzernen. „Ich bin mir sicher, dass wir hier in den nächsten zwei bis drei Monaten ein Ergebnis haben“, sagt Reisch und fügt hinzu: „Andere Mütter haben auch schöne Töchter.“ So könnten nach dem Stern die Ringe kommen. Schon länger wird in Kitzbühel spekuliert, ob Audi nicht nur mit der Bergbahn Kitzbühel, sondern auch mit dem TVB kooperieren könnte.




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