Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 17.02.2017


Innsbruck-Land

Neue Bahn mit Sonderförderung vom Land geplant

Die Pläne für den Ausbau des Rangger Köpfls liegen vor: 4,4 Mio. Euro kostet die Seilbahn, 3,9 Mio. € davon sollen die öffentliche Hand und der Tourismusverband aufbringen.

Der Schlepplift am Rangger Köpfl soll noch heuer durch eine Gondelbahn ersetzt werden. Eine Sonderinfrastrukturförderung von 600.000 Euro vom Land ist dafür ebenfalls eingeplant.

© zeitungsfoto.atDer Schlepplift am Rangger Köpfl soll noch heuer durch eine Gondelbahn ersetzt werden. Eine Sonderinfrastrukturförderung von 600.000 Euro vom Land ist dafür ebenfalls eingeplant.



Oberperfuss — Es ist das dritte Skigebiet im Großraum Innsbruck, das runderneuert werden soll: Zum Glungezer und Patscherkofel gesellt sich das Rangger Köpfl. Die Standortagentur Tirol hat das Entwicklungskonzept für den Sommer- und Winterbetrieb jüngst präsentiert. Im Mittelpunkt steht dabei die Errichtung einer Gondelbahn zwischen Stiglreith und Sulzstich. 4,4 Millionen müssen investiert werden, dadurch erwartet man sich eine Steigerung der Frequenz von 15 bis 20 Prozent im Winter und 30 Prozent im Sommer.

100 Prozent Eigentümer der Bergbahnen ist Oberperfuss. Wie Bahngeschäftsführer und Vizebürgermeister Huber Deutschmann erklärt, habe die Bahn im vorjährigen Winter operativ eine „knappe Null" erwirtschaftet, in den Jahren zuvor waren es um die 150.000 bis 180.000 Euro operativer Gewinn. Wegen der Abschreibungen steht jedoch ein Bilanzverlust von rund 380.000 Euro für das letzte Geschäftsjahr in den Büchern. Die Verbindlichkeiten werden in der Bilanz mit rund zwei Millionen Euro ausgewiesen.

Für die Finanzierung der Modernisierung sind jedoch nur geringe Mittel vorhanden, heißt es in der Analyse der Standortagentur. Deshalb dreht sich alles um ein Finanzierungsmodell. Der Ausbau ist letztlich nur über öffentliche Unterstützungen bzw. Zuwendungen vom Tourismusverband Innsbruck und seine Feriendörfer möglich.

Laut Aufstellung der Standortagentur sollen Land Tirol, die Gemeinde Oberperfuss und der Tourismusverband 3,1 Millionen Euro aufbringen. Der Anteil des Landes umfasst eine Förderung von 500.000 Euro für Kleinstskigebiete, gleichzeitig wird auf eine „Sonderförderung Infrastruktur — Landeshauptmann" von 600.000 Euro verwiesen. Eine Million kommen vom Tourismusverband und von Oberperfuss. Die Umlandgemeinden Unterperfuss, Kematen, Zirl, Völs Inzig, Ranggen, Hatting, Sellrain, Polling, Pettnau, Flaurling, Oberhofen und Pfaffenhofen hätten demnach 800.000 Euro beizusteuern. Private würden sich mit 300.000 Euro beteiligen, eine Restfinanzierung von 200.000 Euro ist offen.

Der Zeitplan klingt ambitioniert: Bereits im März sollen die Gemeinden das Projekt absegnen. Ist das der Fall, soll noch im Juni der Bau in Angriff genommen werden. (pn)