Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 21.03.2017


Osttirol

Streit im TVB: Schett droht Theurl mit Anzeige

Eine Aussage von TVB-Obmann Franz Theurl beim TT-Forum zum Hochstein hat Folgen: Josef Schett, Theurls Stellvertreter, wehrt sich gegen die Behauptung, er habe für eine Verlustabdeckung gestimmt.

© BlassnigTVB-Obmann Franz Theurl und sein Stellvertreter Josef Schett streiten um einen angeblich einstimmigen Vorstandsbeschluss, den Abgang am Hochstein zu decken. Schett droht mit einer Anzeige.



Von Catharina Oblasser

Lienz – Im Vorstand des Tourismusverbandes Osttirol wird der Ton immer rauer. Genauer gesagt, zwischen Obmann Franz Theurl und seinem zweiten Stellvertreter Josef Schett. Während Theurl ebenso wie sein erster Vertreter Andreas Köll für die Bezirksliste im TVB sitzt, vertritt Schett die touristische Opposition.

Anlass für den Disput zwischen beiden ist eine Aussage, die Theurl beim TT-Forum zum Thema Hochstein gemacht hat. Beim Forum ging es um die Verluste, die das Hochstein-Skigebiet im Winter den Lienzer Bergbahnen beschert. Stimmen wurden laut, man solle das Skigebiet zusperren und den Hochstein als Sommerziel ausbauen. Das will der TVB, der Mehrheitseigentümer der Bergbahnen ist, auf keinen Fall. Denn dann gäbe es auch die Damen-Weltcuprennen nicht mehr, die alle zwei Jahre in Lienz stattfinden.

„Wenn der Winterbetrieb aufrecht bleibt, wird der TVB die Hälfte des jährlichen Abgangs übernehmen“, versprach Theurl beim TT-Forum. Es habe einen einstimmigen Vorstandsbeschluss gegeben, dies dem Aufsichtsrat zu empfehlen. Die Entscheidung muss nämlich der Aufsichtsrat treffen.

„Stimmt nicht“, kontert Josef Schett. Er habe dazu nicht Ja gesagt. Theurl wiederum behauptet das Gegenteil. „Es gibt ein Tonbandprotokoll, auf dem das Ja von Josef Schett zu diesem Punkt deutlich zu hören ist.“ Nach dem TT-Bericht über Theurls Aussage kündigte Schett an, sich das Protokoll beschaffen zu wollen. Vergeblich, wie er sagt. „Bis heute wurde mir das Vorstandsprotokoll verweigert“, so der Oppositionsführer. Er bleibt dabei: Er habe der Verlustabdeckung am Hochstein nicht zugestimmt, auch wenn Theurl etwas anderes behaupte.

Nun ist der Streit eskaliert: „Ich habe zwischenzeitlich den Obmann über meinen Anwalt aufgefordert, diese Falschaussage in den nächsten Tagen öffentlich zu wiederrufen. Sollte er dieser Aufforderung nicht Folge leisten, werde ich eine entsprechende Anzeige bei Gericht einbringen“, erklärt Josef Schett. Das hat Schett auch dem Leiter der Tourismusabteilung in Innsbruck, Gerhard Föger, mitgeteilt.

Im Dezember finden Neuwahlen im TVB Osttirol statt. Dass dies der Hintergrund für den ausufernden Streit sein könnte, verneint Schett. „Mir geht es nicht um Wahlkampf, sondern darum, eine Falschaussage zu korrigieren.“ Was der stellvertretende TVB-Vorstand noch beklagt: Er sei viel zu kurzfristig zur Aufsichtsratssitzung eingeladen worden, die gestern Vormittag stattfand. „Ich wurde erst am Freitagnachmittag informiert, das ging sich terminlich bei mir nicht mehr aus“, schildert Schett.

Und was sagt Obmann Franz Theurl dazu? Die Sache mit dem Protokoll habe den Grund, dass die zuständige Mitarbeiterin krank gewesen sei. Was die verspätete Einladung zur Aufsichtsratssitzung betrifft, winkt Theurl ab. „Für den Aufsichtsrat bin ich nicht zuständig.“

Kompliziert wird es beim behaupteten Ja Schetts zur Verlustabdeckung am Hochstein. „Das war ein Unterpunkt eines Beschlusses mit mehreren Punkten. Den Beschluss als Ganzes haben wir abgelehnt. Vielleicht bezieht sich Josef Schett darauf.“ Was Theurl nach wie vor bekräftigt: Das Vorstands-Ja zur Verlustabdeckung am Hochstein sei einstimmig gewesen. Alle drei Vorstände hätten dafür gestimmt, auch Schett.