Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 29.04.2017


Standort Tirol

Auf dem Solar-Dach wächst Strom für 60 Haushalte

Die tirolweit größte Eigenverbrauchsanlage in Zams wurde gestern als Leuchtturmprojekt gewürdigt. Der Ertrag liegt bei 253.000 kWh jährlich.

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© Wenzel



Zams – Wenn der für Energie zuständige LHStv. Josef Geisler auf das Dach des Zammer Kaufhauses Grissemann klettert, dann müssen wohl die Funken fliegen. Geisler kam gestern Freitag auf Einladung vom Regionalmanagement regioL und Hausherr Thomas Walser, um dort die tirolweit größte Photovoltaik-Eigenverbrauchsanlage zu besichtigen. „Es ist ein Leuchtturmprojekt. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Eigenverbrauch“, erklärte Geisler. „Noch vor ein paar Jahren sind wir belächelt worden, weil wir erklärt haben, das Land will fossile Energieträger durch erneuerbare Energie ersetzen. Und wir streben die Energieautarkie 2050 an.“

In der Anlage stecken einige Superlative, wie Energie-Expertin Elisabeth Steinlechner erläuterte: 1500 m² groß (die größte im Bezirk), bestückt mit 892 Solarmodulen, Leistung 250 kW Peak, die jährliche Produktion liegt bei 253.000 kWh, was dem Bedarf von 60 Haushalten entspricht. Das Projekt kostete 228.700 Euro, 40 Prozent davon sind aus dem Leaderprogramm der EU gefördert. Eigenverbrauch ist laut Steinlechner die effizienteste und nachhaltigste Lösung.

„Der Strom wird zu 100 Prozent im Betrieb verbraucht“, weiß Investor Thomas Walser, der seinen Kunden übrigens fünf Stationen mit Gratis-Strom rund um das Kaufhaus bietet und Lebensmittel bereits mit einem Elektromobil zustellt. Für ihn ist in Sachen Photovoltaik noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht: „Möglicherweise ist das bei uns erst die erste Ausbaustufe.“ Lobende Worte kamen auch von Stephan Oblasser, Energiebeauftragter des Landes Tirol: „Diese Pilotanlage passt ideal zu Tirol 2050. Bis zu diesem Jahr sollten 20 Prozent der Energie, die in Tirol verbraucht wird, aus der Sonne kommen.“

Die Leader-Beauftrage von regioL, Simone Reimair, hob den hohen Stellenwert der Photovoltaik-Förderung für die lokale Entwicklungsstrategie hervor. Laut regioL-Geschäftsführer Gerald Jochum sind bis Ende 2016 im Bezirk rund 353.000 kWh Solarstrom produziert worden. (hwe)

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