Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 07.06.2017


Bezirk Landeck

Mit der Bilanz der Venetbahn zufrieden

Vorstände und Aufsichtsrat des kommunalen Freitzeit-Unternehmens werten den Abgang von 53.000 Euro als „erträglich“. Die Politik soll aus der operativen Führung aussteigen.

Die Gästefrequenz der Venet-Seilbahn ist im Sommer 2016 um acht Prozent gestiegen, im Winter 2016/17 um 20 Prozent gesunken

© Klingler ChristianDie Gästefrequenz der Venet-Seilbahn ist im Sommer 2016 um acht Prozent gestiegen, im Winter 2016/17 um 20 Prozent gesunken



Landeck, Zams, Fließ – Die größte und wichtigste Freizeit-Einrichtung im Talkessel feiert ihren 50. Geburtstag: 1967 konnte die Venetbahn rechtzeitig zum Winterbeginn fertig gestellt werden. Es ist der kleinste aller Seilbahnbetriebe (Pettneuer Lifte ausgenommen) im Tourismusbezirk. Aus eigenem Ertrag war die Venetbahn nie überlebensfähig. Die Hauptaktionäre – Gemeinden Landeck und Zams sowie der TVB – mussten und müssen weiterhin Zuschüsse leisten.

Zahlen zum Geschäftsjahr 2016/17, das am 30. April endete, haben Vorstand und Aufsichtsrat am Wochenende den Landecker und Zammer Mandataren vorgelegt. „Der Betriebsabgang ist mit 53.000 Euro erträglich geblieben. Das Unternehmen hat trotz schwierigen Winters rund 200.000 Euro weniger Verlust geschrieben als im Vorjahr“, resümierte Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Hittler. Der Umsatz lag bei 2,6 Mio. Euro. Das Mitarbeiter-Team habe „unter ungünstigen Rahmenbedingungen“ hervorragende Arbeit geleistet.

Für die Unternehmensführung steht fest, dass die Verluste ohne Gipfelhütte höher ausgefallen wären. „Wir haben mehr als 11.000 Nächtigungen erzielt. Damit konnte das Minus aus dem Seilbahnbetrieb abgefedert werden“, sagte Vorstand Siggi Geiger. Die Venet-Gastronomie mit Gipfelhütte, Pano-Restaurant und Alm steuerte 1,25 Mio. Euro zum Gesamtumsatz bei.

Die Gästefrequenz der Venet-Seilbahn ist im Sommer 2016 um acht Prozent gestiegen, im Winter 2016/17 um 20 Prozent gesunken.
Die Gästefrequenz der Venet-Seilbahn ist im Sommer 2016 um acht Prozent gestiegen, im Winter 2016/17 um 20 Prozent gesunken.
- Wenzel

Während die Gästefrequenz (die Zahl der Zutritte) im Sommer 2016 um acht Prozent gestiegen ist, schrumpfte sie im Winter um 20 Prozent. „Es wird neue Anstrengungen geben, um den Venet noch attraktiver zu machen“, hob Vorstand Wolfgang Jörg hervor. Man habe einen Vertrag mit dem Touristikkonzern TUI unterzeichnet, „um eine bessere Auslastung der Gipfelhütte zu erzielen“. Die neue Preispolitik trage inzwischen Früchte. Früher habe man die attraktiven Zimmer der Hütte „zu billig verkauft“.

Im Budget 2017/18, das der Aufsichtsrat kürzlich beschlossen hat, sind Erlöse von 2,8 Mio. Euro geplant. Von einer ähnlichen Größenordnung gehe man auch in den zwei nachfolgenden Geschäftsjahren aus.

Personell gab es zuletzt einige Turbulenzen. Der Marketingleiter hatte sich kurzerhand verabschiedet. Neu besetzt werden müssen auch die Betriebsleitung und das Gastro-Management. „Wir streben auch eine Umstrukturierung der operativen Führung an“, verriet Hittler. Das heißt, der bislang ehrenamtlich tätige Vorstand mit drei Kommunalpolitikern könnte von einem Seilbahn-Profi abgelöst werden. (hwe)