Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 08.06.2017


Bezirk Kitzbühel

Mit Leaderprojekten EU-Gelder abholen

Das Regionalmanagement Kitzbüheler Alpen zog in einer Jahreshauptversammlung eine sehr positive Bilanz.

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© Brigitte Eberharter



Hopfgarten – Das Leaderkonzept der Region Kitzbüheler Alpen ist von Beginn an erfolgreich. Viele Projekte konnten mit Hilfe dieser europäischen Fördermaßnahme realisiert werden. Am Donnerstag fand in Hopfgarten die Mitgliederversammlung des Leadervereins statt.

„Es geht um die Weiterentwicklung der Potenziale im ländlichen Raum“, erklärte Obmann Rudi Puecher. Seit der Förderperiode 2007 bis 2013 werden in den 26 Orten Projekte realisiert, anfangs in den Vereinen Mittleres Unterinntal und Hohe Salve, seit der Periode 2014 bis 2020 haben sich die beiden Vereine zur Leaderregion Kitzbüheler Alpen zusammengeschlossen. Der Verein Mittleres Unterinntal wurde am Donnerstagabend offiziell aufgelöst.

Österreich ist seit 1995 in diesem europäischen Förderprogramm dabei, wobei die Region Pillerseetal die Pionierarbeit übernommen hat. „Wir sind Weltmeister im Kooperieren“, sagt Barbar­a Loferer-Lainer, Geschäftsführerin des Regionalmanagements in Hopfgarten. Dort laufen alle Projekte der Region zusammen, werden geprüft und den Förderkriterien gerecht aufgearbeitet. Die Kooperationen beziehen sich dabei auf die umliegenden Regionen Kufstein, Untere Schranne und Kaiserwinkl ebenso wie den Verein Pillerseetal oder auch Partner im benachbarten Salzburg. Bei diesen Kooperationen sind meist auch die Fördermittel höher angesetzt. Grundsätzlich muss ein Teil der Investitionen vom Projekteinreicher selbst aufgebracht werden und dann braucht es auch die Unterstützung von Seiten des Landes bzw. des Bundes, um überhaupt an die EU-Gelder zu kommen.

In der nun laufenden zweiten Periode wurde zwar die Fördersumme von 502 Mio. Euro auf 246 Mio. Euro gesenkt, allerdings sind so kostenintensive Projekte wie der Bau von Güterwegen oder Hackschnitzelanlagen nicht mehr förderungswürdig aus dem Leaderprogramm. Was den Mitarbeiterinnen im Büro des Regionalmanagements zu denken gibt, ist die Tatsache, dass der Bürokratismus in dieser Periode ein Maß erreicht hat, wo viele überfordert sind. Kleine Projekte, wie die „Wunschoma“ oder „Frauensache“, werden daher direkt vom Regionalmanagement eingereicht und abgewickelt. „Ich hoffe, dass sich das wieder in eine andere Richtung entwickelt“, sagte Loferer-Lainer vor den Mitgliedern. Auch Arno Josef Abler, zuständig für die steuerlichen Angelegenheiten des Vereins, betonte, dass es wenige Organisationen gebe, die so geprüft werden – manche Projekte bis zu zehnmal, angefangen vom Regionalmanagement über Bund, Land und EU. Jeder sichert sich ab, keiner will schuld sein, sollte einmal etwas schieflaufen.

Förderungswürdig sind grundsätzlich Projekte, welche die Wertschöpfung in der Region erhöhen, bei denen der Erhalt der natürlichen Ressourcen und das kulturelle Erbe im Mittelpunkt stehen, die dem Gemeinwohl dienen, etwa der Stärkung der Ortszentren, Bildung, Chancengleichheit etc., und Investitionen in Wachstum und Beschäftigung.

Vorgestellt wurden im Rahmen der Mitgliederversammlung das Freiwilligenzentrum Tiroler Unterland, welches bereits am Laufen ist, und das Projekt „Flo e-Carsharing“ der Stadtwerke Wörgl, welches erst aufbereitet werden muss, für das jedoch die Gemeindevertreter großes Interesse zeigten. (be)