Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 12.06.2017


Exklusiv

Lohndumping-Verdacht bei Asylbetreuung des Landes

Gewerkschaft zeigt die Tiroler Sozialen Dienste wegen des Verdachts von Unterbezahlung in 80 Fällen an. Es geht um 500.000 Euro an Bruttolöhnen.

Viele Flüchtlingsbetreuer und Security-Mitarbeiter sollen bei den TSD um vier Gehaltsklassen zu niedrig eingestuft worden sein.

© RottensteinerViele Flüchtlingsbetreuer und Security-Mitarbeiter sollen bei den TSD um vier Gehaltsklassen zu niedrig eingestuft worden sein.



Von Max Strozzi

Innsbruck – Die Tiroler Sozialen Dienste (TSD) kommen nicht zur Ruhe. Nach dem Wirbel um einen drohenden Millionenverlust und Personalabbau rollt neuer Ärger auf die TSD zu. Die Gewerkschaft verdächtigt die landeseigene Flüchtlingsbetreuungstochter des Lohndumpings und hat nun gegen die Tiroler Soziale Dienste GmbH Anzeige bei der Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) erstattet. Wie aus der Sachverhaltsdarstellung an die TGKK ersichtlich ist, sollen rund 80 von 360 TSD-Mitarbeitern um vier Gehaltsklassen zu niedrig eingestuft worden sein – konkret in die Verwendungsgruppe 3 statt in die Verwendungsgruppe 7 des Kollektivvertrags der Sozialwirtschaft Österreichs. Es stehe daher der Verdacht im Raum, „dass es seitens der TSD zu systematischen Unterbezahlungen im Sinne des Lohn- und Sozial­dumpinggesetzes gekommen ist“. Die TSD-Geschäftsführung sei bereits mehrfach auf den Umstand hingewiesen worden, getan habe sich bisher nichts.

TT-Exklusiv-Artikel

Dieser Exklusiv-Artikel ist nur für Nutzer verfügbar, die sich kostenlos auf tt.com registriert haben.

Jetzt kostenlos registrieren
Ich bin bereits registriert und möchte mich anmelden