Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 30.06.2017


Tirol

Tiroler Bauern erhalten im Juli mehr Milchgeld

Berglandmilch erhöht Auszahlungspreis auf 35,69 Cent. 2015 gab es massive Einkommensverluste für die Bauern.

© thomas boehmMehr Milchgeld bedeutet auch wieder steigende Einkommen.Foto: Böhm



Innsbruck – Die Situation am Milchmarkt hat sich weiter stabilisiert, der Auszahlungspreis für die Bauern wird erneut angehoben. Mit 1. Juli erhalten die rund 2980 Tiroler Lieferanten der zur oberösterreichischen Berglandmilch gehörenden Tirol Milch für einen Liter Milch 35,69 Cent/netto. Die Erhöhung beträgt 1,60 Cent. Für Mai und Juni wurde insgesamt mit steigenden Anlieferungen gegenüber den Vormonaten gerechnet, die genauen Zahlen liegen jedoch noch nicht vor. Im April haben die Bauern gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres rund 240 Tonnen weniger an die Verarbeitungsbetriebe geliefert. In den kommenden Monaten geht man hingegen davon aus, dass die Menge aufgrund der Trockenheit und Hitze unter dem Vorjahresniveau liegen dürfte.

Für die Einkommenssituation in der Tiroler Landwirtschaft sind höhere Milchpreise ein entscheidender Faktor. In den beiden vorangegangenen Jahren kam es teils zu massiven Einbußen. Der vorliegende Bericht zur Lage der Landwirtschaft 2016 dokumentiert das.

So werden für 2015 die Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft je nichtentlohnter Arbeitskraft im Durchschnitt mit 9005 beziffert, im Jahr zuvor erwirtschaften Tirols Bauern noch ein Einkommen von 13.378 Euro. Laut Landwirtschaftsbericht, der nächste Woche im Landtag diskutiert wird, wurde bei den Talbetrieben ein Niveau von 13.389 Euro erreicht (2014: 18.656 Euro), die Bergbauernbetriebe kamen auf 8522 Euro. Außerdem entwickelten sich die Einkommen mit Verlusten von 33 Prozent deutlich negativer als im Bundesdurchschnitt (minus 16 Prozent). Damit fielen sie sogar unter das schlechte Ergebnis des extrem schwierigen Jahres 2009. „Dies war vorrangig durch die schwierige Preissituation in der Milchwirtschaft und der Viehvermarktung bedingt. Dazu kamen aber auch geringere Erlöse aus der Bodennutzung, der Forstwirtschaft und den sonstigen Erträgen“, heißt es. Österreichweit lagen die bäuerlichen Einkommen bei 15.847 Euro.

Gemessen am durchschnittlichen Ertrag auf den Höfen von 62.551 Euro machen die öffentlichen Leistungsabgeltungen 21,5 Prozent oder 13.435 aus. Das Gesamteinkommen je Betrieb setzte sich 2015 zu 33 Prozent aus Einkünften aus der Land- und Forstwirtschaft inklusive der öffentlichen Gelder, zu 48 Prozent aus dem außerbetrieblichen Einkommen und zu 19 Prozent aus Sozialtransfers zusammen. (pn)