Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.07.2017


Bezirk Kitzbühel

TVB-Neuwahlen werfen ihre Schatten voraus

Im November finden die Neuwahlen bei Kitzbühel Tourismus statt. Ab kommenden Mittwoch liegt nun die erste Stimmgruppenliste auf.

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© Harald Angerer



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Mit Vollmachten ausgestattete Rechtsanwälte, eine Vollversammlung, die weit bis nach Mitternacht lief – die bislang letzte Vollversammlung des Kitzbüheler Tourismusverbands war einer der Gründe, warum das Land Tirol das Tourismusgesetz umgeschrieben hat. Nach fünf Jahren ist es nun auch in Kitzbühel wieder so weit. Im November sind die Mitglieder des Kitzbühel Tourismus zur Vollversammlung mit Neuwahl gerufen. Diese Wahl wirft wegen der Änderung im Tourismusgesetz schon jetzt ihre Schatten voraus. Bereits ab kommenden Mittwoch, 12. Juli, liegt die erste Stimmgruppenliste im TVB-Büro in Kitzbühel auf.

Diese Liste lässt nun wohl auch für die Taktiker unter den Touristikern die ersten Überlegungen zu. Denn es gilt, Mehrheiten in den jeweiligen Stimmgruppen zu sammeln. Spannend wird auch sein, wer der bisherigen Akteure weitermacht. Denn aus dem Aufsichtsrat war zu hören, dass nicht jeder weitermache­n möchte. Vollkommen festlegen will sich aber so früh noch keiner. „Ich lasse mir die Entscheidung noch offen, aber eher werde ich mich zurückziehen“, sagt zum Beispiel Guido Hinterseer auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung. Er gilt als ein Kritiker der Präsidentin Signe Reisch. Ein solcher Kritiker ist auch Sebastian Witzmann. Auch er möchte sich noch nicht in die Karten schauen lassen. „Es ist noch alles offen. Jetzt schauen wir uns erst einmal die Stimmgruppenliste an“, sagt Witzmann. Er ist aber überzeugt davon, dass die heurige Wahl spannend werden könnte.

Reisch selbst geht davon aus, dass alle Vorstands- und Aufsichtsratsmitlieder wieder zur Wahl antreten werden. Das sei so vereinbart worden, betont Reisch. Dass sie nun in der Einser-Stimmgruppe und nicht mehr in der Zweier-­Stimmgruppe aufscheinen könnte, wollte ­Reisch nicht kommentieren. „Die Liste liegt ab nächster Woche Mittwoch auf und alles Weitere werden wir bei der Wahl am 20. November sehen“, sagt die Präsidentin. Weiterhin zur Seite stehen möchte ihr der Bergbahn-Kitzbühel-Vorstand und jetzige TVB-Aufsichtsratsvorsitzende Josef Burger. „Ich werde mich wieder zur Wahl stellen und mich um das Vertrauen der Mitglieder bemühen“, erklärt Burger.

Dass es auf seiner bisherigen Einser-Liste an der Spitze eng werden könnte, wenn auch Reisch in dieser Stimmgruppe ist, nimmt er gelassen. „Für gute Leute ist immer Platz“, sagt Burger. Und auch ­Reischs Vorstandsstellvertreter Manfred Hofer sagt: „Grundsätzlich möchte ich weitermachen, aber es wird sicher noch Gespräche geben.“ Es sei noch genügend Zeit bis zur Wahl am 20. November.