Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 22.07.2017


Bezirk Imst

Die Melkalpe Maldon hat nun die richtige Spannung

Jahrzehntelang schleuderte das Dieselaggregat die Abgase von 7000 Litern in die Almluft. Nun hat die Maldonalm ausreichend Strom.

Auf der Maldonalm wurde am Freitag die Elektrifizierung gefeiert.

© DaumAuf der Maldonalm wurde am Freitag die Elektrifizierung gefeiert.



Von Hubert Daum

Imst – Er ist sehr begehrt und fast nicht zu ergattern, der Käse, der auf der Imster Maldonalm kurz vor dem Hahntennjoch aus täglich rund 1000 Litern Almmilch produziert wird. Bisher produzierte man allerdings damit auch ein weniger erfreuliches „Nebenprodukt“, nämlich Dieselabgase des nötigen Aggregats, das in der Saison bis zu 7000 Liter verbrannte. Seit der ersten Juniwoche wird die Sennalm der Stadt Imst zur Gänze mit elektrischem Strom versorgt, gestern war der offizielle Festakt.

„Bisher lieferte ein Kleinkraftwerk nur wenig Strom etwa für Licht und Wasseraufbereitung. Eine so genannte Insellösung“, erläuterte Stadtwerke-Betriebsleiter Alois Spiss den Grund für die neue Elektrifizierung der Maldon­alm, „seit den 1990er-Jahren lieferte ein Dieselaggregat die speziell für die Melkmaschine zusätzlich nötige elektrische Energie. Das gehört nun der Vergangenheit an.“ Die Stromversorgung der Maldon­alm sei auch das erste Anliegen gewesen, das im März 2016 an den neuen Obmann des Landwirtschaftsausschusses, Klaus Friedl, herangetragen wurde. BM Stefan Weirather: „Wir haben natürlich auch über eine Photovoltaikanlage diskutiert. Leider produziert diese nicht in jenen Zeiten genügend Energie, in denen diese gebraucht wird. So entschloss man sich, eine 6,3 Kilometer lange Hochspannungsleitung vom Salvesen-Kraftwerk bis auf die Alm im Boden zu verlegen.“ Im Herbst letzten Jahres habe der Ausschuss das Okay gegeben, berichtete Friedl, im Anschluss beschloss der Gemeinderat das 450.000-Euro-Projekt. „Anfang April dieses Jahres starteten wir mit den Grabungen und der Verlegung der Leitung, die auf 5,5 Kilometern entlang bzw. unter der Hahntennjochstraße führt. In der ersten Juniwoche hatte die Maldonalm Strom.“

Alois Spiss ( l.) erklärte VBM Gebi Mantl den Schaltraum der Umspannstation.
Alois Spiss ( l.) erklärte VBM Gebi Mantl den Schaltraum der Umspannstation.
- Daum

Für das neue Sennerpaar Oskar und Bettina Prantl natürlich ein Segen. Auch für die rund 30 Meter entfernte Bergwachthütte, die auch gleich mitangeschlossen wurde. „Die Kapazität der Anlage ist auf das Vierfache ausgerichtet“, präzisiert Betriebsleiter Spiss, „weitere Abnehmer wären also kein Problem.“

Diakon Andreas Sturm sorgte für den Segen von oben, um den Segen vom Landhaus kümmert sich BM Weirather: „Im Herbst reden wir über eine höhere Förderung.“

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