Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 26.07.2017


Innsbruck-Land

Finanzierung für zweite Liftsektion am „Köpfl“ steht

Gemeinde und Bergbahnen Oberperfuss haben die nötigen 4,4 Mio. Euro beisammen, auch dank privater Investoren. Gestern war Bauverhandlung.

© Rudy De Moor / TT



Von Michael Domanig

Oberperfuss – „Ich bin erschöpft, aber zufrieden“, sagt BM Johanna Obojes-Rubatscher (Oberperfuss Aktiv) – und meint damit den „gewaltigen Kraftakt“, mit dem es nun doch noch gelungen sei, die Finanzierung für die Erneuerung der zweiten Liftsektion am Rangger Köpfl auf die Beine zu stellen. Wie vielfach berichtet, soll der alte Schlepplift von Stiglreith zum Sulzstich durch eine moderne Einseilumlaufbahn mit 8er-Gondeln ersetzt werden. Die dafür kalkulierten 4,4 Mio. Eur­o „sind jetzt beisammen, die Bahn ist ausfinanziert“, erklärt Obojes-Rubatscher. Am Dienstagabend hat der Gemeinderat die Finanzierung mehrheitlich beschlossen.

Unter anderem wird ein Rücklagensparbuch der Gemeinde über 700.000 Euro aufgelöst und der Bahn zugeführt. Bereits Ende April hatte der Gemeinderat (gegen die Stimmen zweier Oppositions­listen) beschlossen, dass die Gemeinde einen Kredit über 550.000 Euro für die ausstehende Finanzierung aufnimmt. Zuvor hatten sich die größten Umlandgemeinden Zirl und Völs ja gegen eine finanzielle Beteiligung am Köpfl ausgesprochen.

Von den insgesamt 4,4 Mio. Euro werden knapp zwei Mio. durch die Bergbahnen Oberperfuss GmbH, eine 100-Prozent-Tochter der Gemeinde, zwischenfinanziert. Die entsprechende Darlehensaufnahme wurde im Gemeinderat ebenso beschlossen wie die Haftungsübernahme durch die Gemeinde.

Der Ausfall der Umlandgemeinden konnte nicht zuletzt auch durch Unternehmen und Privatpersonen kompensiert werden, die als atypisch stille Teilhaber bzw. über Zuschüsse mitwirken. Über ein­e Mio. Euro seien auf diesem Wege zusammengekommen, berichtet Obojes-Rubatscher; sie sei „überwältigt“: „Sehr vielen Menschen ist es ein großes Anliegen, dass das ganzjährige Naherholungsgebiet am Rangger Köpfl bestehen bleibt.“

Die restlichen, bereits bekannten Bausteine des Finanzierungsplans sind 500.000 Euro Landesförderung für Kleinstskigebiete, weitere 500.000 Euro, die der TVB Innsbruck zuschießt, und eine halbe Million, die über die zweckgewidmete Kur­taxenerhöhung hereinkommt. Die gesamte Finanzierung muss nun noch aufsichtsbehördlich genehmigt werden.

Inzwischen hat die Gemeinde beim Verkehrsministerium bereits um Baugenehmigung für die neue „Einseilumlaufbahn Peter Anich II“ und die erforderliche Rodungsbewilligung angesucht, ebenso um Genehmigung für den Umbau der bestehenden Bergstation von Sektion 1. Gestern fand die Bauverhandlung statt, zu der zahlreiche Stellungnahmen eingingen. Obojes-Rubatscher hofft auf baldige positive Bescheide – auf dass der Baubeginn „so schnell wie möglich“ erfolgen könne.