Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 07.11.2017


Zillertal

Am Spieljoch bleibt kein Stein auf dem anderen

Die Stationen werden größer und die Pisten ebener. Beim Bau der Spieljochbahn in Fügen wird das Skigebiet samt Ortsbild umgekrempelt.

© Fankhauser



Von Eva-Maria Fankhauser

Fügen – Wer sich in den vergangenen Tagen ein Bild von der Baustelle am Spieljoch in Fügen gemacht hat, stellt fest, dass dort fast nichts mehr ist, wie es einmal war. Das liegt aber nicht nur an der neuen Gondelbahn.

Am Berg sieht das ganz anders aus: Vom Fußboden, den Glasfronten bis hin zu den Leitungen ist bis zur Eröffnung am 20. Dezember noch viel zu tun.
- Fankhauser

Es ist kalt, windig und der Himmel wolkenverhangen. Tiefe Reifenspuren führen über die matschige Straße zur neuen Bergstation der Spieljochbahn hinauf. Laute Musik dröhnt von der Baustelle. Das große Gebäude pulsiert vor Leben. Überall sind Arbeiter beschäftigt. Sie stellen Wände auf, ziehen Leitungen ein, sind mit Pflasterungsarbeiten beschäftigt, isolieren oder arbeiten an der Glasfront in Richtung Tal. Kaum vorstellbar, dass in eineinhalb Monaten die ersten Skifahrer aus den Gondeln steigen sollen. Boden ist noch keiner drin. Der Estrich fehlt großteils noch. Auch die Fronten sind teils noch offen. Ein eisiger Wind zieht durch. Doch die Handwerker verziehen keine Miene. Sie wissen, dass die Zeit drängt. Draußen wird an der Schindelfassade gewerkt. Aber auch rund um die Station ist der Berg kaum wiederzuerkennen. Rund 20 bis 30 Bagger, Lkw und Schubraupen graben alles um. Wo einst ein Hügel war, ist nun eine geebnete Piste. Unzählige Tonnen Erde werden bewegt.

Und alles passiert unter dem wachsamen Blick von Geschäftsführer Heinz Schultz. „Grundsätzlich schreiten die Arbeiten sehr gut voran. Die Eröffnung des Skigebietes wird planmäßig am 22. Dezember erfolgen“, sagt Schultz. Der Probebetrieb startet zwei Tage zuvor. Der Speicherteich ist bereits fertig. Die Wasserbefüllung sei in vollem Gange. Im Tal soll das neue Sportgeschäft bereits am 7. Dezember seine Türen öffnen und der Saisonkartenverkauf ist laut Schultz schon für 1. Dezember geplant.

Offiziell aussprechen traut sich in Fügen niemand, dass die Talstation größer wird, als viele angenommen haben. „Ein Modell ohne Häuse­r in der Umgebung als Relation hat die Einschätzung vorab schwierig gemacht“, sagt ein Fügener. „Das ist ein gigantischer Bau, der überragt alles. Das wäre niemals durchgegangen, hätte man das Ausmaß vorher gekannt“, meint ein anderer. Dass die Talstation einigen Fügenern sprichwörtlich über den Kopf hinauswächst, kann Schultz nicht nachvollziehen. „Die Bauten sind plan- und bescheidgemäß errichtet worden und zukunftsweisend für den neuen Standort Fügen wichtig, damit diese Servicestation und Qualität möglich wird“, sagt Schultz. Denn nur so seien zeitgemäße Skidepots und dergleichen möglich.

- Fankhauser
Bei der Talstation der Spieljochbahn (o. r.) ist Endspurt angesagt. Am Berg sieht das ganz anders aus: Vom Fußboden, den Glasfronten bis hin zu den Leitungen ist bis zur Eröffnung am 20. Dezember noch viel zu tun.Fotos: Fankhauser
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