Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 10.11.2017


Osttirol

Gründe für die Skischaukel Sillian-Sexten sind gesichert

Der Sillianer Gemeinderat beschloss die nötigen Grundstückstransaktionen für das 60-Mio.-Euro-Projekt.

© Peter LeiterDer Blick vom Hornischegg bietet ein Panorama der Sextner Dolomiten mit dem Südtiroler Skigebiet Rotwand und Hochgruben. Hier soll das grenzüberschreitende Skigebiet entstehen.



Von Catharina Oblasser

Sillian, Sexten — Von einer Skiverbindung von Ost- nach Südtirol träumt man im Osttiroler Oberland schon lange. Schließlich bedeutet das den Zugang zum großen Skizirkus in den Südtiroler Dolomiten. An der Verwirklichung arbeiten nun zwei große Playe­r in der Bergbahnen-Szene: einer­seits die Südtiroler Drei Zinnen AG, andererseits der als „Liftkaiser" bekannte Zillertaler Heinz Schultz, der in Osttirol drei Skigebiete betreibt — eines davon in Sillian, wo auch die neue Skischaukel Sillian-Sexten, ein 60 Millionen Euro schweres Projekt, entstehen soll.

Der Sillianer Gemeinderat hat in der Sitzung am Mittwoch­abend Nägel mit Köpfen gemacht. Es ging daru­m, die nötigen Grundstücke für die Skischaukel zu sichern. „39 Grundeigentümer sind betroffen", sagt Bürgermeister Herman­n Mitteregger. „Die größten sind die Gemeinde­gutsagrargemeinschaft Leckfeldalp­e, die Pfarr­pfründe Sillian und die Gemeinde selbst." Für die Agrar­gemeinschaft entscheidet ebenfalls der Bürgermeister, da er Substanzverwalte­r ist.

Schließlich kamen die 15 Gemeinderäte zu mehreren einstimmigen Entscheidungen: Für die Bergstation unterhal­b der Hochgrube verkauft die Agrargemeinschaft 7000 Quadratmeter Fläche. Bei der Mittelstation, die neben der so genannten Looswiese liegt, wird es etwas komplizierter, wie Gemeindevorstan­d Pete­r Leite­r beschreibt. Denn da sind vier Grundstücks­eigentümer betroffen: er selbst, ein andere­r privater Eigentümer, die Pfarre und die Gemeinde. „Die Diözese verkauft nur Grund, wenn sie dafür eine andere, gleich groß­e Fläch­e bekommt", informiert Mitteregge­r. Schließlich einigte man sich auf einen Tausch: Die Seilbahnbauer erhalten die notwendigen Flächen für die Mittelstation, die Gemeinde verkauft dafür eigene Flächen an die Pfarre und die privaten Grundbesitzer. „Damit sind von Sillianer Seit­e alle nötigen Grundstücks­transaktionen erledigt", gibt Leiter bekannt.

Die nächsten Schritte sind nun die offizielle Einreichung des Projekts, eine Vorprüfung und schließlich die Umweltverträglichkeitsprüfung. Auf Südtiroler Seite stehen noch Verhandlungen mit dem Land über den Skipistenplan an.

Zusammenschluss von zwei Großen

Skischaukel Sillian-Sexten. Errichter der grenzüberschreitenden Skischaukel Sillian-Sexten ist die Hochgruben Seilbahn GmbH & Co. KG. Gesellschafter sind jeweils zur Hälfte die Südtiroler Drei Zinnen AG und die HS-Beteiligungen GmbH von Heinz Schultz.

Verbindungsstück. Die neue Skischaukel hat auf Osttiroler Seite eine Anbindung an das Thurntaler-Skigebiet von Heinz Schultz. Auf Südtiroler Seite gelingt mit dem Brückenschlag zum Helm-Skigebiet der Einstieg in ein Pistennetz, das bis nach Padola reicht.

Vorgeschichte. Die Bestrebungen, Ost- und Südtirol skitechnisch zu verbinden, reichen fast 20 Jahre zurück. Erst jetzt klappt es.