Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 14.11.2017


Bezirk Imst

Energie-Innovationen im Bezirk und in Nepal

Nachhaltigkeit stand im Mittelpunkt eines Energie-Events in Imst. Berichtet wurde von Öfen in Nepal bis zum Energiesparen daheim.

© DornGottfried Mair mit den drei Referenten Georg Posch, Herbert Hafele und Hannes Wultschnig sowie dem Imster Umweltreferenten Norbert Praxmarer und Andreas Huter (v. l.) beim Energie-Event.



Von Agnes Dorn

Imst – Schon seit Jahren findet in der Sparkasse Imst das Energie-Event statt, bei dem Innovationen im Bereich der Energie präsentiert werden.

Als einer, der dabei auch über den Tellerrand blickt, konnte der Geschäftsführer der Firma Reca, Georg Posch, als Referent gewonnen werden. Er berichtete über das Hilfsprogramm „Wärme für Nepal“: Das Team, zu dem auch Wolfgang Nairz von der Nepalhilfe sowie weitere Hafner-Kollegen gehörten, entwickelte mit Hilfe eines Prototyps, der dem in Nepal verwendeten Standardofen nachgebaut war, in eineinhalb Jahren Testphase eine verbesserte Variante zur Nachrüstung.

Georg Posch erklärt die Nachrüstung an nepalesischen Öfen.
- Dorn

Dank des großen Engagements der Ofenbauer und auch des finanziellen Einsatzes der Beteiligten gibt es nun in Kathmandu eine von den Tirolern geplante und miteingerichtete Werkstatt, die von einem Sherpa betrieben wird. Dieser kann nun mit günstigen Materialien bereits bestehende Öfen nachrüsten und so sowohl deren Sicherheit als auch die Effizienz deutlich steigern.

Nach diesem spannenden Vortrag, der dank reichen Fotomaterials sehr lebendig die Eindrücke der Expedition vermittelte, wurden die Zuhörer bei den folgenden zwei Vorträgen wieder in den Bezirk Imst zurückgeholt: Hannes Wultschnig, Projektleiter für Elektrotechnik an der HTL, zeigte anhand eines Vorzeigeprojekts in Wenns am Piller auf, welche Möglichkeiten ein Privathaus zur energieeffizienten Haushaltung hat. „Der erste Schritt ist Strom zu sparen und dann die Photovoltaikanlage zu bauen“, empfahl er den Zuhörern, sich zunächst über den eigenen Energieverbrauch schlauzumachen.

Außerdem sollte man in Zeiten von Facebook und Co. auch bedenken, dass man mitunter Unmengen an Strom in Anspruch nimmt, der bei der persönlichen Stromrechnung gar nicht aufscheint. Darüber „einmal nachzudenken, was es für die Energiebilanz bedeutet, wenn zum Beispiel auf Facebook gepostete Fotos unter riesigem Aufwand gespeichert werden müssen“, legte der Energie-Experte den Zuhörern mit seinem Vortrag ebenfalls ans Herz.

Vom privaten Energieverbrauch zum kommunalen ging dann der dritte Referent über: Herbert Hafele, Teamleiter der e5-Gemeinde Imst, zog eine kurze Zwischenbilanz der Stadt auf dem Weg zur energieeffizienten Gemeinde: „Wir haben auf Anhieb drei e-s erreicht“, kann die Bezirkshauptstadt auf einen recht ansehnlichen Start im Programm verweisen. „Die großen Meilensteine wie die Imster Stadtwerke oder die Biomasseheizung haben da ihren Anteil daran, ebenso wie kleine Projekte wie das Repair-Café“, fasste Hafele zusammen.