Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 15.11.2017


Skigebiete

Neustift nähert sich Schlick an

Nach jahrelangen Verhandlungen erzielte Schlick-Chef Martin Pittl einen Erfolg: Die Grundstücke für die Talstation der geplanten Neustifter Zubringerbahn sind gesichert.

© i.n.n.In die Zubringerbahn (rot) von Neustift in die Schlick inklusive zweier Pisten und eines Skiwegs (blau) werden 19 Millionen Euro investiert. Die Grundstücke für die Talstation sind mittlerweile gesichert.Foto: i.n.n.



Von Denise Daum

Neustift – So weit war man noch nie: Seit Jahren besteht der Wunsch nach einer Anbindung des Tourismus­orts Neustift in das Skigebiet Schlick 2000. Die Pläne sind ausgearbeitet, die Trasse ist fixiert. Jahrelang wurde mit den betroffenen Grundbesitzern verhandelt – einen Plan B, sprich einen Ausweichort für die Talstation, gab es nicht. Nun hat sich Chefverhandler Martin Pittl, Geschäftsführer der Schlick, mit den Grundbesitzern geeinigt. Die Freude über den „Meilenstein“ ist groß. Nun gehe es mit Hochdruck in die weiteren Verhandlungen zur Realisierung des 19-Millionen-Euro-Projekts, sagt Pittl.

Erleichtert über die Einigung zeigt sich auch Sepp Rettenbacher, Obmann des Tourismusverbands Stubai. Der TVB ist mit knapp 21 Prozent – in Zahlen 1,5 Millionen – an der Errichter- und Betreibergesellschaft „Goldsutten GmbH“ beteiligt und stellt darüber hinaus für das Projekt ein zinsloses Darlehen in Höhe von 7,5 Millionen Euro zur Verfügung. „Die Verhandlungen mit den Grundeigentümern haben sich gezogen, viele haben gar nicht mehr an eine Einigung geglaubt“, erklärt Rettenbacher. Er selbst sei bei den Verhandlungen nicht dabeigewesen, diese seien aber dem Vernehmen nach „zach“ gewesen. Rettenbacher hofft, dass das Projekt von nun an schneller vorangetrieben werden kann.

Der nächste Schritt sei nun, mit den Grundeigentümern der Mittel- und Bergstation Gespräche aufzunehmen. Die Betroffenen wollten offenbar erst dann in Verhandlung treten, wenn mit den Grundbesitzern der Talstation eine Einigung erzielt ist. Bei der Mittelstation sind zwei private Bauern betroffen, bei der Bergstation ein Privater und die Agrargemeinschaft Schlickeralm. Deren Obmann Paul Mair möchte die Gespräche mit Schlick-Chef Pittl abwarten – die Agrar stehe aber dem Projekt grundsätzlich „nicht negativ“ gegenüber.

Geplant ist die Talstation zwischen Neder und Neustift. Über die Mittelstation im Bereich der Kaserstattalm soll das Sennjoch mit einer Einseilumlaufbahn erreicht werden. Von dort aus ist ein Skiweg in die so genannte „Goldsutten“ vorgesehen, wo Pistenflächen entstehen sollen. 13 Prozent mehr Skifläche soll die Schlick dadurch erhalten.

Die Finanzierung des 19-Millionen-Euro-Projekts wurde durch einen historischen Stubaier Schulterschluss möglich: In der Errichter- und Betreibergesellschaft findet sich neben der Schlick 2000 und dem TVB Stubai auch die Wintersport Tirol AG (Stubaier Gletscher). Neben der 1,5-Millionen-Euro-Beteiligung des TVB und dessen 7,5-Millionen-Euro-Darlehen kommen jeweils drei Millionen von der Schlick und der Wintersport Tirol AG. Der Rest wird über Darlehen finanziert.