Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.01.2018


Bezirk Imst

Erste Pitztal-Million ab heute zur Abholung bereit

Ab dem heutigen Tag sind im Pitztal gute Ideen Geld wert, das „Regionalwirtschatftliche Programm“ bittet um Einreichungen.

© Steibockzentrum



Von Hubert Daum

Pitztal – Ein gutes neues Jahr im wahrsten Sinne der Floskel könnte für die Pitztaler das Jahr 2018 werden. Ein Jahr des Aufbruches, der neuen Chancen, ausgelöst durch das Füllhorn des Landes Tirol. Ab heute kann nämlich die erste Million der insgesamt zehn Millionen (aufgeteilt auf 10 Jahre) des so genannten Regionalwirtschaftlichen Programmes Pitztal (RWP) angezapft werden. Bisher kamen nur das Obere Gericht, das Lechtal und das Iseltal in den Genuss dieses außertourlichen Förderprogrammes, das durch die Ankurbelung von Investitionen und Innovation als definiertes Hauptziel die Abwanderung der Bevölkerung verhindern soll.

Rund 200 Menschen waren im Rahmen von Veranstaltungen und Arbeitskreisen in den Prozess der detaillierten Themenfindung involviert. „Wichtig ist, dass das Förderprogramm auf die spezifischen Bedürfnisse des Tales abzielt“, weiß Markus Mauracher, der als Geschäftsführer der Regionalentwicklung des Bezirkes die Gelder zu verwalten hat, „ich hoffe, dass der Aufschwung, der mit großer Wahrscheinlichkeit auch stattfinden wird, auch für die Leute spürbar ist.“ Ein Aufschwung, der sich hauptsächlich innerhalb von drei definierten Bereichen, so genannten Aktionsfeldern, abspielen soll, indem Unternehmen, Privatpersonen, Vereine oder auch die Gemeinden förderwürdige Projekte einreichen. Je nach Projekttyp werden Investitionen von 10 bis zu 50 Prozent subventioniert. Die Förderwürdigkeit beurteilt ein Fördergremium unter dem Vorsitz des Bezirkshauptmannes, bestehend aus Vertretern des Tourismusverbandes, des Planungsverbandes und des Landes Tirol.

Das Aktionsfeld „Destinationsentwicklung“ zielt auf den stärksten Wirtschaftszweig im Pitztal ab, den Tourismus. Mauracher: „Hier sind Investitionen gefragt, die die Stärken stärken und der Marke Pitztal dienen, aber auch der Infrastruktur.“ So wird das „Leuchtturmprojekt“ Steinbockzentrum unter den Mantel des RWP schlüpfen. Das Haupthaus des 2,2-Millionen-Projektes soll ab dem Frühjahr entstehen. Weitere konkrete Vorhaben sind ein talweiter Wander- und Radweg, ein Regionalitätszentrum mit Sennerei im Wenner Schlierenzauerhaus und die Erweiterung des Pitzparks. Das Aktionsfeld 2 „Steigerung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit“ soll nicht nur touristische Betriebe stärken. Karl Raich, Jerzner BM und Obmann des Planungsverbandes: „Ich hoffe, dass auch Arbeitsplätze außerhalb des Tourismus entstehen. Ich spüre jedenfalls jetzt schon eine Aufbruchsstimmung im Tal.“ Das Aktionsfeld 3 „Orte guten Lebens“ kümmert sich um die Lebensqualität der Pitztaler. So hofft man beispielsweise auf neue Initiativen im Bereich der Kinderbetreuung, die „Digitale Region Pitztal“ soll für eine flächendeckende Versorgung mit Breitbandinternet sorgen, um nur zwei Schwerpunkte zu nennen.

Um den Bürgern die komplexe Thematik etwas näherzubringen, veranstaltet Regio Imst Infoabende ab 19.30 Uhr im jeweiligen Mehrzweck- bzw. Gemeindesaal: in Arzl am 16., in Wenns am 18., in St. Leonhard am 23. und in Jerzens am 25. Jänner.