Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 17.03.2018


Standort Tirol

Motel One: „Wir ruinieren keine Preise“

Motel-One-Chef Dieter Müller verteidigt sein Hotelprojekt in Innsbruck. Kette wächst und überlegt fünftes Hotel in Wien.

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© Motel One



Von Max Strozzi

Innsbruck – Dass die internationale Hotelkette Motel One in den noch zu errichtenden P3-Turm beim Innsbrucker Hauptbahnhof einziehen wird, hat in den vergangenen Monaten regelmäßig für viel Diskussionsstoff gesorgt. Zahlreiche Stadthoteliers bis hin zum Tiroler Hotellerie-Obmann Mario Gerber befinden das Hotelprojekt als zu groß und hatten die Stadt-Politik heftig kritisiert, den P3-Turm des Immobilienunternehmers Markus Schafferer samt Hotel mit 240 Zimmern bzw. 500 Betten genehmigt zu haben. Tenor: Diese Bettenzahl sei „ungesund für den Markt“ und würde den Markt „verzerren“. Sprich die Preise ruinieren. 160 Zimmer würden genügen, meinen Innsbrucker Hoteliers.

Motel-One-Gründer Dieter Müller verteidigt im Gespräch mit der TT sein Innsbrucker Hotelprojekt. „Wir wollen das Hotel wirtschaftlich führen und mit 160 Zimmern wäre das Projekt wahrscheinlich zu teuer geworden“, erklärt Müller. „Wir ruinieren auch keine Preise. Wir sind ein Budget-Design-Hotel, verzichten auf Restaurant oder Konferenzräume und fokussieren uns stark auf Übernachtung und eine schicke Bar. Ein Hotel mit Serviceleistungen hat dagegen eine andere Basis. Wenn die bestehenden Stadthotels ein klares Profil haben, dürfte sie unser Projekt gar nicht tangieren“, richtet Müller den Kritikern aus. Ob es tatsächlich 240 Zimmer werden, komme auf die Baugenehmigung an. „Es werden zwischen 200 und 240 Zimmer“, sagt der Motel-One-Chef. Der Marktanteil der Kette in Innsbruck werde unter 10 Prozent liegen.

Mit der Eröffnung rechnet er in zwei bis drei Jahren, der Mietvertrag laufe auf 25 Jahr­e plus Option auf 30 Jahre. In die Einrichtung investier­e Motel One 15.000 Euro je Zimmer, also insgesamt rund 3,5 Mio. Euro. Aus heutiger Sicht werde eine Übernachtung 69 Euro pro Zimmer und ohne Frühstück kosten, der Doppelzimmerzuschlag liege bei 15 Euro. Je nach Inflationsentwicklung bis zur Eröffnung könnten sich die Preise geringfügig ändern.

Die Motel-One-Kette expandiert kräftig. „Wir eröffnen heuer neun neue Hotels mit 2800 Zimmern“, so Müller. In Barcelona wurde kürzlich das erste Motel One in Spanie­n eröffnet. Häuser in Paris, Glasgow, Schottland, England und Deutschland sollen folgen. Auch in Linz sei man gerade am Bauen.

Derzeit führt die Kette 62 Hotels, 30 weitere mit 9500 Zimmern seien in Entwicklung. Im Vorjahr kletterte der Umsatz um 12 Prozent auf 401 Mio. Euro. Der Erlös pro vermietetem Zimmer stieg auf 91 Euro (nach 89 Euro 2016). Der Gewinn vor Steuern ging von 128 auf 90 Mio. Euro zurück. Von der Expansion heuer erwartet sich Müller ein „zweistelliges Umsatzplus“.

In Österreich erzielte Motel One mit sechs Standorten in Wien und Salzburg 2017 einen Umsatz von 49 Mio. Eur­o. In Wien sei es „durchaus denkbar, ein fünftes Hotel zu führen“, sagt Müller. Ein konkretes Projekt sei momentan aber nicht in der Pipeline.




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