Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 24.04.2018


Standort Tirol

Innsbruck beim Wohnen teuerste Landeshauptstadt

Der mittlere Quadratmeterpreis für gebrauchte Wohnungen beträgt in Innsbruck 3900 Euro, bei Neubauten liegt er bei 4900 Euro.

© Thomas Boehm / TTInnsbruck zählte in den letzten zehn Jahren zu den am stärksten gewachsenen Landeshauptstädten.Foto: Böhm



Wien, Innsbruck – 2017 war ein aktives Jahr für den Immobilienmarkt, das zeigt der aktuelle Marktbericht 2017, für den von der RE/MAX Austria in Zusammenarbeit mit IMMOunited die Grundbuchsdaten ausgewertet wurden. „2017 wurden in Österreich rund 50.000 Eigentumswohnungen mit einem Transaktionsvolumen von über 10 Milliarden Euro verbüchert, ein neuer Rekordwert“, so RE/MAX-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer.

Einen Überblick über das Preisniveau in den Landeshauptstädten bietet die Erhebung von (mittleren) Kaufpreisen für eine gebrauchte 70 bis 80 m² große Durchschnittswohnung als Vergleichswert. Dabei zeigt sich: teurer Westen, teures Wien. „Wenig überraschend nehmen Innsbruck, Salzburg und Wien die Top-3-Positionen im Ranking ein“, so der Österreichische Verband der Immobilienwirtschaft in einer Aussendung. Beachtlich sei, dass der Preis für die gebrauchte Durchschnittswohnung in Innsbruck über jenem in Salzburg liege, wenn auch die Differenz von knappen 1000 Euro nicht sonderlich hoch sei. Das Mittelfeld wird von Bregenz angeführt, die definierte Standardwohnung kostet dort 214.000 Euro. In Linz, Graz und Klagenfurt liegt das Preisniveau bei 160.000 bis 170.000 Euro. Zwischen der teuersten Durchschnittswohnung in Innsbruck um 265.000 Euro und der günstigsten in St. Pölten um 123.000 Euro beträgt die Preisdifferenz über 100 Prozent.

Auch in der Kategorie der gebrauchten Wohnungen hat Innsbruck die Pole-Position inne, der mittlere Quadratmeterpreis für gebrauchte Wohnungen beträgt 3900 Euro und ist damit um 600 Euro/m² höher als in Salzburg. Die Preisentwicklung hat im Vergleich zum Vorjahr nochmals Fahrt aufgenommen, der Quadratmeterpreis ist in Innsbruck im Vergleich zu 2016 um zehn Prozent gestiegen, innerhalb der letzten drei Jahre war der Preisanstieg mit 15 Prozent moderater. Auch der Traum vom eigenen Haus ist in Innsbruck wohl immer schwerer zu realisieren. Lag der mittlere Preis für ein Haus 2010 noch bei 359.000 Euro, ist er 2017 bei 620.000 Euro angelangt, im höherpreisigen Segment übersteigen die Hauspreise die Millionengrenze mit bis zu 1,200.000 Euro.

Grundstücke sind in den meisten österreichischen Landeshauptstädten Mangelware. In Innsbruck kann gar für 2017 mangels ausreichender Transaktionen erstmals seit 2010 kein belastbarer Wert dargestellt werden. (TT)