Letztes Update am Sa, 21.04.2018 10:45

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Gespräche laufen: GE verkauft das Werk in Jenbach

General Electric bestätigte am Freitag, dass für das Werk in Jenbach bereits Verkaufsgespräche geführt werden.

© GEGE Jenbacher beschäftigt derzeit 1600 Mitarbeiter.



Jenbach – Bereits seit längerem verdichteten sich die Hinweise auf einen Verkauf des Gasmotorenherstellers GE Jenbacher mit seinen 1600 Mitarbeitern, nachdem der US-Mutterkonzern General Electric schwer unter Druck geraten war. Nun gibt es die offizielle Bestätigung von GE-Chef John Flannery per Aussendung, dass GE „die Möglichkeiten des Verkaufs der Verbrennungsmotorensparte (Distributed Power, DP), welche die Produktlinien Jenbacher und Waukesha umfasst, mit potentiellen Käufern prüft.

Es sei bereits großes Interesse bekundet worden. Allerdings könnten die Verkaufsgespräche mehrere Monate dauern. „DP ist ein starkes Unternehmen, das aufgrund seines Technologie-, Produkt- und Serviceportfolios als ein anerkannter Branchenführer bekannt ist, und das insbesondere aufgrund seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren umfassender Fachkompetenz sowie deren Engagement für die Kunden“, erklärte Carlos Lange, Präsident des Geschäftsbereichs DP in Jenbach. GE sei stolz auf das Distributed Power-Team und seine Leistung und ist zuversichtlich, dass sie „unter einem neuen Eigentümer weiter florieren werden“.

GE steht seit längerem unter Reformdruck. Flannery, seit 2017 im Amt, hatte im Herbst angekündigt, Unternehmensteile im Wert von über 20 Mrd. Dollar (17 Mrd. Euro) zu verkaufen und bezeichnete die Geschäftszahlen des Konzerns als „fürchterlich“ und „inakzeptabel“. Der Gewinn der Energiesparte GE Power, zu der GE Jenbacher gehört, war mit 611 Mio. Dollar um mehr als die Hälfte eingebrochen. Im 4. Quartal schrieb der Konzern 10 Mrd. Dollar Verlust.

Jenbacher Werke haben lange Historie

Das Werk in Jenbach hat eine lange Geschichte hinter sich. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der damalige Hochofenbetrieb eingestellt und auf eine reine Maschinenfabrik umgestellt. 1948 begann man, serienmäßig Dieselmotoren herzustellen. 1959 wurde die Jenbacher Werke AG gegründet, sukzessive ging das Unternehmen mehrheitlich in den Besitz der Creditanstalt über. 1989 wurde die Jenbacher AG mehrheitlich an Auricon verkauft. Die verlustreiche Eisenbahnsparte Integral wurde 2001 an Connex abgestoßen. Der Rest der Jenbacher Werke wurde schließlich 2002

2003 vom US-Industriegiganten General Electric geschluckt. (hu, TT)