Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 25.04.2018


Bezirk Imst

Naturparkhaus wird die „Schließe der Perlenkette“

Nach fünf Info-Punkten bekommt das Ötztal sein „Herzstück“ um 2,6 Millionen Euro. Gestern fand in Längenfeld der Spatenstich statt.

© PaschingerDie Teilnehmer hatten viel Spaß beim Spatenstich



Längenfeld – „Mit dem Bau des neuen Naturparkhauses in Längenfeld wird der Naturpark Ötztal mit seinen Anliegen ein Stück weit sichtbarer und wahrnehmbarer im Tal“, freut sich der Geschäftsführer des Naturparks, Thomas Schmarda. Ursprünglich war geplant, dieses Herzstück gleich zu Beginn zu errichten, mittlerweile wurden aber die Info-Punkte Ambach, Niederthai, Gries, Vent und Obergurgl/Hohe Mut vorgereiht. Kein Nachteil, wie Schmarda erklärt – denn so bekommt die „Perlenkette ein­e Schließ­e“. Gestern fand in Längenfeld der Spatenstich für dieses Bauvorhaben statt. Bis Ende des Jahres sollte das Naturparkhaus, das rund 2,6 Millionen Euro kosten wird, fertig gestellt sein.

Bei strahlendem Sonnenschein ließ sich auch LHStv. Ingrid Felipe diesen symbolträchtigen Spatenstich nicht entgehen. Sie war schon bei der ersten Eröffnung in Ambach dabei – „ein Naturpark ist kein ,Entweder/Oder‘, sondern ein ,Und‘“, will sie die Vermittlung von Natur und Kultur verbunden wissen. Der Standort in der Mitte des Ötztales freut natürlich besonders den Längenfelder Dorfchef Richard Grüner, der auch an die schwierige Entstehung des Naturparks erinnerte. Der Innsbrucker Architekt Hanno Schlögl konzipiert das Naturparkhaus als künstlichen Fels, der mit dem neuen Schutzdamm einen integralen Teil der Landschaft darstellt.

Ende des Jahres sollte das Naturparkhaus in Längenfeld fertig gestellt sein. Visualisierung.
- Hanno Schlögl

Das Haus selbst wird künftig das operative Zentrum des Naturparks. Es gibt einen 70 m² großen Seminarraum, Herzstück wird aber eine 270 m² große Ausstellungsfläche für Besucher. Diese wird die „einzigartige Ötztaler Naturvielfalt in all ihren Facetten“ zeigen und vertiefe die Inhalte der Info-Punkte an den peripheren Standorten, heißt es im Konzept. Neben Fauna, Flora und Biotopen geht es um Bereiche wie Geologie, Wasser und auch die jahrtausendealt­e Besiedelungsgeschichte.

„Die Ausstellung soll den Besucher einerseits ob der Vielfalt der Ötztaler Natur fesseln, andererseits aber auch Lust auf mehr machen, nämlich diese Vielfalt im Naturpark auch im Freien zu erleben, z. B. im Rahmen von geführten Naturpark-Wanderungen“, so der Naturpark-Obmann Ernst Schöpf. Und der Sölder Bürgermeister verwies auf „die Wucht der Natur im Ötztal“. Das Naturparkhaus ist für ihn „das Filetstück“. (TT, pascal)