Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 26.04.2018


Standort Tirol

Flughafen auf Chefsuche, Pernetta in Pole-Position

Der amtierende Flughafendirektor will auch nach 2019 die Geschicke des Innsbrucker Flughafens lenken. Sanierung der Start- und Landebahn geplant.

© TT/Thomas BöhmFlughafendirektor Marco Pernetta.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Mit März 2019 läuft der fünfjährige Geschäftsführervertrag des jetzigen Flughafendirektors Marco Pernetta aus. Sein Posten ist seit gestern offiziell ausgeschrieben. Eine Stellenanzeige, die auch bei Pernetta gleich mehrmals das Telefon läuten ließ.

Nein, er habe nicht vor, den Flughafen zu verlassen, sagt er auch gegenüber der TT. Dennoch sei die Ausschreibung jetzt notwendig geworden, damit die Generalversammlung Anfang Juli rechtzeitig diese personelle Entscheidung treffen könne. Und ja, er werde sich auch wieder bewerben: „Ich bin äußerst motiviert.“

Mit einem Passagieraufkommen von knapp 1,1 Millionen im Jahr 2017 steht der Regionalflughafen auch trotz der jüngsten Turbulenzen im europäischen Luftfahrtgeschäft weiterhin gut da. Die Eigentümer, die Innsbrucker Kommunalbetriebe (51 %) sowie Land und Stadt (je 24,5 %), sind mit der Entwicklung zufrieden. Pernetta dürfte daher auch deshalb gute Chancen auf eine Verlängerung seines Vertrags haben, wie Insider der TT versichern. Nach den Ausfällen durch Air Berlin und Niki arbeite der Flughafen derzeit an einer Verbesserung des Flugangebots, wie Pernetta erklärt: „Den Rest müssen wir einfach abwarten.“

Was die bauliche Entwicklung des Flughafens Innsbruck betrifft, so dürfte auch in den kommenden fünf Jahren keine Langeweile aufkommen. Ein weiterer Ausbau der „Landseite“, also des Terminalbereichs, ist bereits seit Langem geplant. Aktuell werde der Architekturwettbewerb zum Um- und Ausbau des restlichen Terminalbereichs samt möglichem Flughafen-Hotel vorbereitet. Ein Investitionsvolumen kann und will Pernetta zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen.

Eine große Herausforderung für die kommenden Jahre sei die notwendige Sanierung der Start- und Landebahn. Diese habe letztmalig im Jahre 1999 eine vier Zentimeter dicke neue Asphaltschicht bekommen. Noch sei sie in Ordnung, Risse seien aber bereits vorhanden. Das Sanierungsprojekt der 2000 Meter langen Bahn werde derzeit ausgearbeitet. Offen ist die Frage, ob hierfür Nachtarbeiten ausreichen oder eine dreiwöchige Totalsperre des Flughafens notwendig wird. Letzteres ist laut Pernetta 2019 am Salzburger Flughafen geplant.